3. Ueberblick über das Seewesen der kriegführenden Staaten.
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Sah sich eine Segelflotte von Ruderschisfen angegriffen, so versuchte sieeine Stellung im Viereck oder im Kreise einzunehmen, um den Feind durchihr Geschützfeuer fern zu halten. Doch ist es einleuchtend, daß sie, weil ineiner solchen Formation unfähig zu manövriren, sich dem beweglichen Feindegegenüber im Nachtheil befand.
Waren in einer Flotte Segel- und Nuderschiffe vereinigt, so nahmendiese die Segler bei ungünstigem Winde ins Schlepptau und brachten sie ineiner geeigneten Stellung zum Aufmarsch. Darauf machten sie rasch dieFront frei, begaben sich auf die Flügel und suchten nun von hier aus,während die Segelflotte im Centrum kämpfte, den Gegner in der Flanke zufassen. Ein solches Manöver war jedoch in der Nähe eines thätigen Gegnersschwierig und gefährlich.
Was nun die Flotten der einzelnen an dem Kriege um Candia be-thciligten Staaten betrifft, so besaßen die Venezianer sowohl Galeeren alsauch Hochbordschiffe. Diese dienten hauptsächlich zum Transport von Truppenund Kriegsmaterial und wurden zum Kampfe ans offener See nur ver-wendet, wenn die Zahl der Galeeren nicht ausreichte. Sie bildeten danngewöhnlich eine besondere Flotteuabtheilung unter einem eigenen Führer(ospitsno 8trs.orckiim.rio äollo osvi). Wegen ihrer geringeren Manövrir-fähigkeit wies man den Hochbordschiffen am liebsten eine feste Station an,wo sie längere Zeit bleiben konnten, während die Galeeren nach allenRichtungen die See befuhren und sich umschauten, wo es etwas zu thungab. Die gesammte Flotte stand unter dem Kommando des (ungefähr demRang eines Admirals gleichstehenden) espitsno strsoräinsrio ckmrirrsts,doch gab es für die eine eigene Flottenabtheilung bildenden Galeassen nocheinen besonderen Kommandeur (ospcktsno strsoräinsrio äsllo ZalssWo).Die Galeassen wurden fast immer in der Vorhut verwendet und gingen demGros der Flotte oft weit voraus. Die Führung einer Galeasse galt alseine besondere Ehre, und nur gewisse vornehme Adelsgeschlechter Venedigsbesaßen das Vorrecht dazu.
Die Bemannung der Venezianischen Flotte an Matrosen und See-soldaten rekrutirte sich fast ausschließlich aus den Bewohnern der im Besitzder Republik befindlichen Küstenländer des adriatischen Meeres. Hier lebteein zähes, verwegenes und mit den Gefahren der See vertrautes Volk, dassich wie kein anderes zum Schiffsdienst eignete. Nur die Offiziers- undKapitänsstellen behielten sich die Venezianer für die Mitglieder ihres eigenenzahlreichen Adels vor, der diesen Beruf als seine Bestimmung und seinVorrecht betrachtete. Während die Republik ihre Landkriege meist durchausländische Generale und fremde Soldtruppen führen ließ, drängte sich die