3. Ueberblick über das Seewesen der kriegführenden Staaten.
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Für gewöhnlich wurde nur ein Drittel der Ruder auf jeder Seite in Be-wegung gesetzt, die anderen ruhten. In der Schlacht dagegen, bei besondererEile oder ungünstigem Winde, mußten alle Mann gleichzeitig arbeiten. Diesließ sich natürlich nur für eine begrenzte Zeit durchführen, da sonst Ueber-müdung eintrat.
Wenn nun auch das Ruder das Hauptbewegungsmittel der Galeerenbildete, so war es doch nicht das einzige. Gestattete es die Windrichtungund war keine Eile geboten, so kam man mit dem Segel zu Hülfe. DieGaleeren hatten zwei Masten: der Hauptmast stand in der Mitte, etwas mehrnach vorn ein zweiter kleinerer. Jeder von ihnen führte nur ein großeslateinisches (dreieckiges) Segel.
Die Steuerung geschah ähnlich wie heute durch das am Hintersteven inZapfen (Fingerlingen) befestigte Nuderholz. Doch führten einzelne Galeerenaußerdem noch auf jeder Seite am Hintertheil zwei besonders große Hand-ruder, die das Wenden des Schiffes erleichtern sollten.
Als Angriffswasfe trugen die Galeeren vorne etwas unterhalb des Schiffs-bords einen breiten eisernen Sporn, womit sie die feindlichen Schiffe anzu-rennen suchten, um ihn dann als Enterbrücke zu benutzen. Ferner befandensich auf dem Vordertheil die Geschütze, deren Zahl und Größe sehr ver-schieden war. Für eine gewöhnliche Galeere rechnete man eine 30- bisöOpfündige Kanone, vier 3- bis 6 pfundige Falkonette und acht 12- bis 14pfündigemörserartige Geschütze, also im Ganzen dreizehn. Sie feuerten hauptsächlichnach vorne in der Schiffsrichtung, einzelne aber auch nach der Seite. ZurVertheidigung waren die Galeeren mit einer Brustwehr rings umgeben. Außer-dem errichtete man, nm den auch im Seekriege geschätzten Vortheil der Ueber-höhung zu erlangen, vorne ein hölzernes Kastell, das gleichzeitig der ArtillerieSchutz gewährte. Das Hintertheil stieg ohnehin höher empor als der übrigeTheil des Schiffes; es enthielt die Wohnung des Kapitäns, während dieübrige Schiffsmannschaft im Vorderkastell und im Schiffsrumpf Unterkunft fand.
Eine besonders große und starke Form von Ruderschlachtschiffen nannteman Galeassen (Italienisch Z-alsuMa, Französisch ZalsasZs). Sie unter-schieden sich von den Galeeren hauptsächlich dadurch, daß sie länger und höherwaren, bedeutend mehr Geschütze führten, von denen sich auch einige in denFlanken und am Hintertheil befanden, und daß sie drei Masten besaßen.
Die Hochbordschiffe hatten keine Ruder sondern nnr Segel, zeichnetensich aber vor den Galeeren durch Größe und starke Geschützausrüstung aus.Ihr Rumpf lud vom Kiel her weit aus und stieg außerordentlich hoch auf.Sie hatten zwei bis drei Verdecke übereinander, und am Vorder- und Hinter-theil erhoben sich außerdem noch Kastelle, die ebenfalls aus mehreren Stock-werken bestanden und gewöhnlich reich mit Schnitzwerk, Malerei und Ver-goldung geschmückt waren. Die Hochbordschiffe besaßen zwar meist nicht dieLänge der Galeeren, waren aber viel breiter. Sie führten drei Masten, jedenmit mehreren viereckigen Segeln, sowie ein Bugspriet, worauf sich ganz vorne
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