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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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2. Wiederbelebung des Krieges im Frühjahre 1667.

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der Republik treten wollten. In Frankreich herrschte damals eine sehrkriegs- ja rauflustige Stimmung. Wo irgendwo in Europa ein Krieg ent-brannte, dahin strömte die Jugend des Landes in der Hoffnung, Beute undRuhm zu gewinnen. Namentlich der Adel widmete sich dem Kriegsdienstmit Vorliebe und wußte das Söldnerhandwerk mit einem Schein vonRitterlichkeit zu umkleiden. Es war die Zeit, in der die französischenKavaliere parfümirt, mit Spitzen geschmückt und ein Scherzwort auf denLippen, in die Schlacht gingen und die Welt durch ihre ungestüme Tapferkeitin Erstaunen setzten. Auch jetzt meldete sich zu dem Zuge nach Candia einegroße Anzahl von Offizieren und abenteuerlustigen jungen Leuten aus guterFamilie. Der Herzog de la Feuillade,*) ein unruhiger Kopf aber tapfererSoldat, unternahm es, ans diesen Freiwilligen eine auserlesene Truppe zu-sammen zu stellen, mit der er in die Dienste der Republik Venedig trat.Sie bestand nur aus Offizieren und Edelleuten, von denen aber jeder nocheinen bewaffneten Diener mit sich führte, der ihm auf dem Marsch dm Degentrug und ihm im Gefecht sekundirte. Die Zahl dieser jungen Abenteurerbetrug 600, und es befanden sich darunter Vertreter der glänzendsten NamenFrankreichs. Sie erhielten täglich jeder ein Livre Sold, wovon die eineHälfte die Republik Venedig, die andere der Herzog von Feuillade auseigener Tasche bezahlte. Am 20. September schiffte sich der Herzog mitseiner Mannschaft auf drei Schiffen ein, die zwar der König von Frankreichgestellt hatte, die jedoch aus Rücksicht gegen die Pforte nicht die Französischesondern die maltesische Flagge führten. Wir werden der abenteuerlustigenSchaar später nach ihrer Ankunft in Candia wieder begegnen. Die Nach-richt von der Betheiligung des Französischen Adels an dem Kriege um Candialieß den Ehrgeiz des Malteser-Ordens nicht ruhen. Er stellte seinerseits63 Ritter mit 337 bewaffneten Knechten zur Verstärkung des bereits seitlängerer Zeit unter dem Obersten de la Tour iu Candia fechtenden Mal-tesischen Bataillons.

Spanien versprach neun Kriegsschiffe der seiner Herrschaft unterworfenenKönigreiche Neapel und Sizilien zu Hülfe zu senden, setzte sie jedoch erst sospät in Bewegung, daß sie in diesem Jahre nicht mehr zur Mitwirkung kamen.

Auch der Herzog von Savoyen, der schon im Jahre vorher ans eigeneKosten ein Bataillon von 500 Mann nach Candia gesandt hatte,**) verstärkteund ergänzte es im Frühjahr 1668. Dagegen berief er den General Villa,der bisher die Infanterie in der Festung befehligt hatte, zurück, weil er dessenDienste selbst benöthigte. An Villas Stelle erbat sich der Senat von Venedigvon dem König von Frankreich den Gcnerallieutenant Montbrun,***) theils

*> Feuillade gehörte zum Gefolge des Königs und war inaröcbal äs oainp undtisutenant Asnörat ctss armöes äu rol.

**) Es befanden sich außerdem noch zahlreiche andere Savoyardische Söldner inVenezianischen Diensten in Candia.

***) Alexander Montbrun, Marquis von Saint Andrs, war 1600 in der Dauphinöegeboren, zahlte also damals bereits 67 Jahre. Er hatte eine ruhmvolle militärische