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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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2. Wiederbelebung des Krieges im Frühjahre 1667.

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und dieselbe Erdschicht mehr als 40 Mal durchgraben und umgearbeitetworden ist.

Die Ladung der Minen war meist sehr stark, um recht große Wirkungenzu erzielen; sie wechselte je nach der Bedeutung der Mine von 10 bis150 Tonnen Pulver. Einen bestimmten Maßstab für das Verhältniß zwischender Ladung und der gewünschten Wirkung hatte man nicht; jeder Mineurverfuhr darin nach Gutdünken.*)

Am 22. Mai 1667 eröffnete der Großvezir Cöprili die erste Paralleleauf Kanonenschußweite von der Festung und zwar auf der Südwestsrontgegen die Bastione Panegra, Betlem und die rechte Face von Martinengo.Drei Wochen darauf begannen 5 Kanonen- und 3 Mörserbatterien ihr Feuergegen die Stadt. Die Geschütze waren außerordentlich großen Kalibers; siesollen Kugeln bis zu vier Centnern Schwere geschleudert haben. Während desganzen Sommers entwickelten sowohl Angreifer wie Vertheidiger eine lebhafteThätigkeit. Ende August hatten die Türken indeß noch keine nennenswerthenErfolge erzielt. Sie waren zwar mit ihren Laufgräben bis hart an denHauptgraben vorgeschritten, aber noch nicht ein einziges der Außenwerke be-fand sich in ihren Händen. Erst Anfang September gelang es ihnen, inden Graben des Hornwerks Panegra einzudringen und Bresche in dessenEskarpe zu legen. Da bei weiteren Fortschritten der Türken der Verlust desWerkes bevorstand, beschloß der Generalkapitän Morosini, durch einen größerenAusfall den Gegner zurückzutreiben. Am 9. September brachen vier Kolonnen,je eine aus Italienern, Deutschen, Franzosen und Griechen bestehend undjede 500 Mann stark, ans dem Werke vor. Morosini selbst leitete die Unter-nehmung vom Walle aus, während General Villa im Graben den einzelnenKolonnen den Weg anwies. Diese warfen im ersten Ansturm den Gegneraus den zunächst gelegenen Verschanzungen und Laufgräben hinaus und zer-störten diese sowie mehrere Geschütze. Als jedoch die Türken in verstärkterZahl zurückkehrten, mußten die christlichen Truppen das Gewonnene wiederaufgeben und sich zurückziehen. Doch blieb das Hornwerk Panegra in ihrenHänden. Die bald darauf einsetzenden in diesem Jahre besonders heftigenHerbstregen, die die Laufgräben und Minen mit Wasser füllten, zwangenfrühzeitig zu einer Beschränkung der kriegerischen Thätigkeit. Auch brach imTürkischen Lager die Pest aus und raffte Hunderte dahin. Der Großvezirführte daher schon im November seine Truppen in die Winterquartiere nachNeu-Candia und beließ in den Verschanzungen und Batterien nur sovielMannschaften, als zur Bewachung und Vertheidigung nothwendig waren.Die Belagerten benutzten diese Ruhe, um ihre Werke wieder auszubessern,

*) Eine anschauliche Schilderung der Art, wie der Minenkrieg bei Candia geführtwurde, findet sich in derXovissiwu Praxis inititaris oder Neu-Vermehrte und Ver-stärckte Festungs-Baw- und Kriegs-Schul" des Deutschen Ingenieurs I. B. Scheither(Braunschweig 1672). Einen Auszug daraus giebt Anlage 1.