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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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2. Wiederbelebung des Krieges im Frühjahre 1667.

Wichtigkeit, denn sie waren znr Deckung der beiden Häfen bestimmt; ihr Fallhätte also den Vertheidiger vom Meere, seiner einzigen Verbindungslinie mitder Heimath, abgesperrt. Diese Verhältnisse erkannte der Großvezir imLaufe der Belagerung. Er richtete daher vom Frühjahr 1668 ab seinen An-griff ausschließlich gegen Sabionera und Sau Andrea.

Das Halbbaslion Sabionera war, wie schon sein Name (Sandbastion)andeutet, auf sandigem Boden errichtet, hatte keinerlei Außenwerke und wurdevon den vorliegenden Hügeln überhöht. Seine dem Meere zugekehrte Flankewar durch eine am Arsenal errichtete Batterie (Nr. 6 des Planes) bestrichen.Das Halbbastion San Andrea stand auf eiuem Felsen und galt daher fürstärker als Sabionera; auch überhöhte es etwas das vorliegende Gelände.Seine nördliche Flanke war vom Meere noch etwa 60 Schritte entfernt;dieser Raum wurde durch ein Schulterwerk ausgefüllt. Vor dem Bastionlag ein kleines Ravelin.

Die der See zugekehrte Front der Festung wurde nur durch eine Mauergebildet, die zwar bastionäre Formen aufwies, sich aber den Biegungen desMeeresufers möglichst anschmiegte.

Die Stadt hatte nenn Thore; von diesen waren die wichtigsten die PortaSabionera, del Gesn, Panegra, San Andrea, an den gleichnamigen Bastionengelegen, die Porta del Molo am Kriegshafen und die Porta di Tramata amBootshafen.

Das Innere der Festung zerfiel in zwei Theile. In der Altstadt («ittLvscobia) befanden sich die meisten öffentlichen Gebäude und Kirchen. Siewar für die damalige Zeit sehr stark aus Stein errichtet und galt für eineder schönsten Städte der Levante. Die Neustadt (cittu nnova) dagegen warweniger angebaut und enthielt noch Strecken, die von Gärten und Wein-bergen eingenommen wurden. Zwischen Alt- und Neustadt zog sich eine vonfrüheren Befestigungen stehen gebliebene Mauer hin. Die hier gegebeneSchilderung Candias könnte zu der Annahme verleiten, als ob die Festunggroße Widerstandskraft besessen habe. Das war indeß nicht der Fall.Sämmtliche Werke waren nach heutigen Begriffen sehr klein, hatten einschwaches Profil und konnten sich gegenseitig mir wenig unterstützen. Auchdie artilleristische Ausrüstung war durchweg schwach, vor Allem aber fehltees stets an Truppen, namentlich an solchen, die im Festungskriege Hebungbesaßen. Bis die frisch geworbenen Söldner sich an die eigenthümliche Artder Kriegführung gewöhnt hatten, verging immer eine geraume Zeit, währendder man sie nur in der Reserve verwenden konnte. Selbst an Geld, Kriegs-material und Lebensmitteln ließ es der hohe Rath in Venedig den Ver-theidigern oft fehlen. Trotz aller dieser Schwierigkeiten und Mängel verlorindeß der Generalkapitän Morosini keinen Augenblick den Muth, er warvielmehr fest entschlossen, die ihm anvertraute Hauptstadt bis zum Aeußerstenzu vertheidigen. Unter ihm befehligte der Piemontese Marchese Villa die