64 HI- Die Aufnahme der Brigade Wedell durch Kavallerie und Artillerie rc.
dem Handgemenge mit den Oldenburgischen Dragonern nach vorwärts gestürmtwar, schwenkte der Eskadronchef aus der Zugkolonne mit den beiden letztenZügen rechts zur Front ein und stieß diesen Lanciers in die Flanke. Derandere Theil der Eskadron stürzte sich zwischen den 19. Dragonern und 13. Ulanenin das Handgemenge hinein.
In den ungleichen Kampf, den das Dragoner-Regiment Nr. 13 und die4. Eskadron des 2. Garde-Dragoner-Regiments gegen die Französische Husaren-Brigade zu bestehen hatten, griffen alsbald das Husaren-Regiment Nr. 10und das Dragoner-Regiment Nr. 16 ein. Das erstgenannte Regimentunterstützte mit der 2. Eskadron in der Front und auf dem rechten Flügel;*)die 3. und 4. Eskadron gingen der feindlichen Brigade in die Flanke, warfenihre staffelförmig angehängten Theile über den Haufen und rollten die ganzeLinie vom rechten nach dem linken Flügel auf. Die Geschichte des FranzösischenHusaren-Regiments Nr. 7 berichtet: „Unser rechter Flügel wurde in demAugenblick auf den linken geworfen, als dieser einen vollen Erfolg erzielte."Der rechte Flügel des Dragoner-Regiments Nr. 16 warf sich theils in dasHandgemenge der Husaren, theils wendete er sich gegen die 3. und 4. Eskadrondes Französischen Dragoner-Regiments Nr. 3, die, bekanntlich von dem GeneralLegrand zur Unterstützung der Husaren-Brigade herangeführt, deren Gefechtnicht wieder herzustellen vermochten. Die Mitte des Dragoner-Regiments Nr. 16kam in der Karriere dem rechten Flügel der Oldenburgischen Dragoner indem erbitterten Kampfe gegen die beiden ersten Eskadrons des Dragoner-Regiments Nr. 3 zur Hülfe, und der linke Flügel wandte sich gegen stärkereTrupps Garde-Lanciers, die an dem Dragoner-Regiment Nr. 19 vorbei-gestürmt waren.
In dem längere Zeit währenden Handgemenge neigte sich allmählich dieWagschale des Sieges auf die Seite der Deutschen Reiter. 10. Husaren,13. und 16. Dragoner trieben die von ihnen geworfenen Husaren und Dragonerder Kavallerie-Division Legrand auf den linken Flügel der Garde-Lanciers, sodaß auch dieses Regiment, das sich bisher in verlustreichem Handgemenge mitden 19. Dragonern behauptet hatte, zum Weichen gezwungen wurde. Dieselbst hart bedrängten Kaiserin-Dragoner vermochten das Gefecht nicht her-zustellen, wurden vielmehr von den 13. Ulanen, unterstützt durch 4. Kürassiereund Garde-Dragoner, völlig geworfen.
Die Zusammenstöße hatten säst gleichzeitig auf der ganzen Linie baldnach 6 Uhr abends stattgefunden;**) etwa zehn Minuten hatte das Hand-gemenge gedauert, dann war der Erfolg an allen Punkten des Kampfplatzesden Preußischen Waffen zugefallen. Die Französische Kavallerie hatte sich zurFlucht gewandt und wurde von der Preußischen bis zum Walde von Greysreverfolgt. Der Grund östlich dieses Gehölzes, das Erscheinen frischer Regi-
*) Vergl. Anhang Nr. 42.
**) Vei;gl. Anhang Nr. 43.