III. Die Aufnahme der Brigade Wedel! durch Kavallerie und Artillerie re.
General v. Barby beabsichtigte, seine Brigade derart zu verwenden, daßer mit den 19. Dragonern die Front, mit den 13. Ulanen und 4. Kürassierendie rechte Flanke des Gegners angrisf. Da aber der Aufmarsch des Feindesnoch nicht vollendet war, ließ er das Dragoner-Regiment Nr. 19 anreiten,bevor die Ulanen und Kürassiere heran waren. Trotzdem diese weite Streckenin langem Galopp zurücklegten, gelang es ihnen nicht, die Dragoner einzuholen.
Während die Oldenburgischen Dragoner im Trabe mehrere hundertSchritte links von den Schleswig-Holsteinischen vorüber gingen, war bei derFranzösischen Kavallerie der erneute Befehl des Generals Ladmirault zurAttacke eingegangen. Die Husaren-Brigade setzte sich, mit dem linken Flügelan der Straße Jarny—Mars la Tour entlang reitend, in Galopp, um die13. Dragoner zu attackiren. Der rechte Flügel dieses Regiments befand sicheinige hundert Schritte westlich der Straße. Um einer Ueberflügelung vor-zubeugen, wagte es Oberst v. Brauchitsch, im Vertrauen auf die Beweglichkeitseiner Truppe, auf etwa 500 Schritte vom Feinde das Regiment mit Zügenrechts abschwenken und eine Strecke sorttraben zu lassen. Dann warf er sich,zur Front einschwenkend, im Galopp den auf nächste Entfernung in vollemLaufe herangekommenen Husaren entgegen, deren Offiziere theilweise bereitsdurch die Zwischenräume der Regiments-Zugkolonne der 13. Dragoner hin-durchgejagt waren.*)
Während des Vorgehens der Französischen Husaren waren einige Eskadronsihres rechten Flügels, anscheinend in der Absicht, einen Flankenangriff zu machen,nach rechts herausgegangen. Die linke Flügel-Eskadron des Dragoner-RegimentsNr. 13 schwenkte daher auf selbständigen Entschluß ihres Führers früher alsdas Regiment zur Front ein, um der Umfassung von jener Seite zu begegnen.Da aber die Französischen Eskadrons sich wieder an ihre Brigade heranzogenund dabei hinter deren rechten Flügel geriethen, so kamen der linke Flügeldes Dragoner-Regiments Nr. 13 und die 4. Eskadron des 2. Garde-Dragoner-Regiments ihrerseits zum flcmkirenden Einhauen auf den Gegner.
Inzwischen hatte das Dragoner-Regiment Nr. 19 sein Vorgehengegen das unbeweglich haltende Garde-Lanciers-Regiment fortgesetzt, alses sich unerwartet in der rechten Flanke bedroht sah. General Legrandwar nämlich mit dem Dragoner-Regiment Nr. 3 zur Unterstützung seiner
Garde-Kavallerie-Brigade de France.
Garde-Lanciers. 5 Eskadrons,
Kaiserin-Dragoner. 4 -
2. Chasseurs d'Afrique.4 -
Zusammen ... 25 Eskadrons.
Das Dragoner-Regiment Nr. 11 der Kavallerie-Division Legrand war als Bedeckungder Reserveartillerie des 4. Korps abgezweigt und traf erst nach Beendigung des Kampfesin der Gegend von Greyöre Ferme ein. Die beiden Husaren-Regimenter und die Kaiserin-Dragoner hatten je eine Eskadron an die Infanterie abgegeben.
*) Vergl. Anhang Nr. 40.