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Der Kampf der 38. Infanterie-Brigade und des linken deutschen Flügels in der Schlacht bei Vionville - Mars la Tour am 16. August 1870
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II. Der Angriff des Generals v. Schrvartzkoppen.

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Was gleichsam durch ein Wunder der tödlichen Kugel entrinnt, schleppt sich imKugelregen über die Höhe fort, in gänzlicher Erschöpfung gleichgültig gegenalle Todesgefahr.

Aber noch ist die Widerstandskraft der Truppe nicht völlig gebrochen: siesucht sich mit Feuer zu wehren, so gut es geht,*) und die übrig gebliebenenOffiziere raffen die Reste der Mannschaft zusammen, um neuen Widerstandzu leisten. Hierbei fallen Oberst v. Brixen und Oberstlieutenant v. Roell.**)Mit einem in einer kleinen Vertiefung gesammelten Trupp von etwa 40 bis50 Mann wirft sich Hauptmann Ohly dem Feinde nochmals entgegen undläßt mehrere Salven abgeben. Zum Schutze der 5. leichten Batterie machtVizefeldwebel Jordan aus Ansuchen eines Artillerielientenants mit etwa 40um die Fahne der Füsiliere des Regiments Nr. 16 geschaarten Mannschaftenwieder Front und setzt den Rückzug erst fort, als die Batterie abfährt. In-mitten der zurückgehenden Neste schreitet General v. Wedell verwundet zu Fußeinher. Oberst v. Cranach hat die Fahne des I. Bataillons seines Regimentesergriffen, als der Fahnenträger vor Erschöpfung zusammenbricht.

Vor den Umfassungsstößen des Feindes weichen das Regiment Nr. 16in südlicher, das Regiment Nr. 57 in südwestlicher Richtung. Theile deslinken Flügels der Brigade schlagen sogar die Richtung nach den TronvillerBüschen ein. So kreuzen sich beide Regimenter, und auf dem Rückzugs-felde liegen ihre Todten bunt durcheinander. Trotz der Eindrücke des voraus-gegangenen mörderischen Kampfes bewahrte die Truppe noch jetzt unter denauflösenden Einflüssen des Rückzuges eine bewunderungswürdige Haltung, aberdas Gefühl war allgemein: wenn jetzt Kavallerie kommt, so sind wir Alleverloren! Die übrig gebliebenen Offiziere schaarten die Reste an der großenStraße zusammen und richteten den gesunkenen Muth der Mannschaft durchZuspruch und Beispiel wieder auf.

Dem allgemeinen Rückzüge folgend, führte Premierlieutenant v. Warendorffdie bei ihm befindlichen Theile der 1. Kompagnie innerhalb und längs deswestlichen Randes der Tronviller Büsche zurück. Zur Aufnahme der zurück-gehenden Abtheilungen besetzte der geschlossene Theil der 3. Pionier-Kompagnieden Rand eines der in den Waldzipfel einspringenden Ackerstreifen, währenddie 2. Pionier-Kompagnie an dem weiter östlich durch den Wald führendenbreiten Wege Stellung nahm. Diese beiden Kompagnien konnten sich nochlängere Zeit in dem Walde behaupten, da der Angriff des Feindes in süd-westlicher Richtung auf größerer Entfernung an den Büschen vorbeigeführtwurde, doch wurde nach dem Gefechtsberichte der 3. Pionier-Kompagnie ausdiesem Grunde und in Anbetracht der kurzen Tragweite des Pioniergewehresnicht gefeuert. Aus der Truppe wird berichtet, daß einzelne Leute mit denGewehren von gefallenen oder verwundeten Mannschaften des Regiments Nr. 78geschossen hätten. Als der Gegner die Höhe an der einzelnen Pappel erstiegen

Vergl. Anhang Nr. 33.

**) Vergl. Anhang Nr. 34.