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II. Der Angriff des Generals v. Schwartzkoppen.
Regiment Nr. 13, den anderen Regimentern erheblich voraus, bog kurz vor5 Uhr um die Südwestecke von Mars la Tour, als es die Aufforderung desObersten Grafen von Finckenstein zum Eingreifen erhielt. Der Regiments-Kommandeur, Oberst v. Brauchitsch, ließ aus Zugkolonne Eskadronskolonnenformiren und warf sein Regiment im Galopp über die Straße von Verdun vor.
Von der Höhe westlich Mars la Tour sah man die längs der Chausseenach Mars la Tour zurückgehende Batterie und einige hundert Schritt da-hinter, in eine große Staubwolke gehüllt, das zurückfluthende Handgemenge derGarde-Dragoner und Chasseurs dÄfrique. Das Dragoner-Regiment Nr. 13marschirte schnell auf und warf sich mit voller Wucht in den Feind. Dermächtige Anprall brachte den Gegner sofort zum Stehen; nach kurzem Kampfeeilte er, lebhaft verfolgt, dem Bois de Greyöre zu. Die Preußischen Reiterhatten in der Verfolgung die Höhe von Ville sur Aron erreicht, als die dreiRegimenter der Kavallerie-Division Legrand sichtbar wurden, die soeben inAusführung des von General Ladmirault ertheilten Befehles vorwärts desBois de Greysre ausmarschirten. Oberst v. Brauchitsch ließ daher Appell blasen.Das Regiment sammelte sich auf dem Nordhange der Höhe 788, der rechteFlügel einige hundert Schritt westlich der Straße nach Jarny, auf dem linkenFlügel die zu drei Zügen formirte 4. Eskadron des 2. Garde-Dragoner-Regiments, die beim Eingreifen des Dragoner-Regiments Nr. 13 sofortwieder Front gemacht und von Neuem attackirt hatte.
Es war eine Verkettung widriger Umstände, daß das 1. Garde-Dragoner-Regimcnt gerade in dem Zeitpunkt abberufen war, wo die Aufnahme derEskadron Hindenburg und der Batterie Planitz nothwendig wurde. DieBatterien des Obersten v. der Goltz bedurften nur bis zum Vorgehen derBrigade Wedell von Mars la Tour einer Bedeckung. Erschien bis dahin einstärkerer Schutz erwünscht, als bereits früher durch eine Zutheilung von zweiEskadrons des Kürassier-Regiments Nr. 4 angeordnet war, so hätte dieserwohl besser durch näher stehende Kavallerie — in erster Linie durch die andereHälfte des Kürassier-Regiments Nr. 4 — bewirkt werden können. Doch warder Befehl des Generalkommandos augenscheinlich vor Kenntniß der Anordnungdes Generals v. Schwartzkoppen, die Garde-Dragoner-Brigade solle auf JarnyVorgehen, erlassen worden/ Das Generalkommando setzte wohl voraus, daßdie Spitzen der Kavallerie-Division Rheinbaben bereits vorwärts Mars laTour erschienen seien, und wollte diese Division möglichst stark und in sichvereinigt gegen den rechten Flügel des Feindes wirken lassen.
Die Einleitung des großen Reiterkampfes auf der Hochfläche von Villesur Aron hatte sich während des Angriffes der Brigade Wedell abgespielt,den wir jetzt zu schildern haben. Zuvor ist es jedoch nothwendig, das Geländezu betrachten, auf dem er stattfand.
Das Gefechtsfeld der 38. Infanterie-Brigade wird im Westendurch den von Mars la Tour nach Norden ziehenden Grund begrenzt. Zweilanggestreckte Höhenrücken steigen östlich davon an. Sie werden durch eine