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Der Islam und die Wissenschaft : Vortrag, gehaltzen in der Sorbonne am 29. März 1883
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haften Glanz über die Welt verbreitet, plötzlich erloschen ist, warumjene Fackel seither sich nicht neu entzündet und warum die ara-bische Welt stets in tiefe Finsterniss gehüllt bleibt.

Hier tritt uns voll und ganz die Verantwortlichkeit der maho-medanischen Religion entgegen. Es ist klar, dass diese Religionüberall da, wo sie sich festgesetzt, die Wissenschaften zu erstickengesucht, und sie ist in diesem ihrem Zweck wunderbar vom Despo-tismus unterstützt worden. Al-Siuti erzählt, dass der Khalife Al-Hadi in Bagdad 5(100 Philosophen hat abschlachten lassen, um dieWissenschaften in muselmännischen Ländern bis auf die Wurzelauszurotten. Wenn man auch annimmt, dass jener Geschichts-schreiber die Zahl der Opfer übertrieben, so steht darum nichtminder fest, dass jene Verfolgung stattgefunden, und es ist dies einSchandfleck für die Geschichte einer Religion wie für die Geschichteeines Volkes. Ich könnte aber in der Vergangenheit der christlichenReligion analoge Thatsachen auffinden. Die Religionen, mit welchemNamen man sie auch bezeichnen möge, gleichen sich alle. KeineVerständigung, keine Aussöhnung ist zwischen den Religionen undder Philosophie möglich. Die Religion auferlegt dem Menschenihren Glauben, während die Philosophie ihn ganz oder zum Theildavon befreit. Wie will man nun, dass sie sich unter einander ver-stehen ? Als die christliche Religion in den bescheidensten und ver-führerischsten Formen in Athen und Alexandrien einzog, wieJedermann weiss, die wichtigsten Centren der Wissenschaft und derPhilosophie, war es ihr erstes Bestreben, so wie sie sich injenen beiden Städten befestigt hatte, sowohl die exakte Wissenschaftwie die Philosophie zu verdrängen, indem sie beide unter dem Ge-strüpp theologischen Gezänkes zu ersticken suchte, um an ihrerStelle die nicht zu erklärenden Mjsterien der Trinität, der Incar-nation und der Transsubstantiation zu erklären. So wird es ewigbleiben. Jedes Mal, wenn die Religion das Uebergewicht hat, wirdsie die Philosophie verdrängen. Das Gegentheil findet statt, sobrlddie Philosophie als oberste Herrin waltet. So lange die Menschheitlebt, wird der Kampf zwischen dem Dogma und der freien Forschung,zwischen Religion und Philosophie nicht aufhören, ein heftiger