Auftreten in der Welt nicht allein durch Feuer und Schwert, son-dern durch glänzende und fruchtbringende Thaten bezeichnet hat,welche ihren Geschmack an derWissenschaft, an allen Wissenschaften,die Philosophie mit inbegriffen, bewiesen, mit welcher, ich muss es zu-geben, sie freilich nicht lange in Frieden zusammengelebt.
Jetzt bin ich zu dem zweiten Punkt gelangt, den Herr Renanmit nicht zu bezweifelnder Autorität in seinem Yortrag behandelthat. Jedermann weiss, dass das arabische Volk, als es noch imZustande der Barbarei war, sich auf die Bahn des intellektuellenund wissenschaftlichen Fortschritts begeben, und darin mit einerRaschheit sich fortbewegt hat, die nur mit derjenigen ihrer politi-schen Eroberungen zu vergleichen ist. Denn im Zeitraum einesJahrhunderts hat es fast sämmtliche griechische und persische Wis-senschaften, die sich während mehrerer Jahrhunderte auf ihremheimischen Boden langsam entwickelt hatten, angeeignet und assi-milirt, gerade so rasch, wie es seine Herrschaft über die arabischeHalbinsel bis zu dem Himalaya-Gebirge und den Pyrenäen ausdehnte.
Man kann sagen, dass während dieser ganzen Periode dieWissenschaften erstaunliche Fortschritte bei den Arabern und in allenihrer Herrschaft unterworfenen Ländern machten. Rom und Byzanzwaren damals die Hauptstätten der theologischen und philosophi-schen Wissenschaften und zugleich das leuchtende Centrum, manmöchte sagen der Sammelpunkt aller menschlichen Kenntnisse. Seitmehreren Jahrhunderten auf der Bahn der Civilisation, durcheilenGriechen und Römir mit sichern Schritt das weite Gebiet derexakten Wissenschaft und der Philosophie. Und doch kam eineZeit, wo ihre Forschungen aufgegeben, ihre Studien unterbrochenwurden.
Die Denkmäler, die sie der Wissenschaft errichtet haben,stürzen ein, ihre kostbarsten Bücher gerathen in Vergessenheit. DieAraber, bei aller Unwissenheit und Barbarei, in welcher sie ursprüng-lich sich befanden, nahmen das auf, was von gesitteten Nationenaufgegehen worden war, sie belebten die erloschenen Wissenschaftenwieder, entwickelten sie und verliehen ihnen einen Glanz, den sievorher nie besessen hatten. Ist das etwa nicht das Anzeichen,