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Die riestorianischen Cliristen, welche den beträchtlichstenTheil der Bevölkerung ausmachten, waren mit der•griechischen Wissenschaft und Philosophie betraut, diegesammte Heilkunde lag in ihren Händen, ihreBischöfe waren Lehrer der Logik, waren Geometer.Man lese die persischen Epopöen nach, die ihre Lokal-farbe den Zeiten der Sassaniden entlehnt haben: wennRüstern eine Brücke bauen will, so lässt er einenDjathalik kommen, (einen Katholikos, Name derPatriarchen oder Bischöfe der Nestorianer), der dieDienste des Ingenieurs verrichtet.
Der fürchterliche Völkersturm, den der Islam erregthatte, brachte auf ein Jahrhundert diese schöne iranischeEntwicklung zum Stillstand. Die endlich sur Herrschaft■gelangten Abbassiden schienen aber den erloschenenGlanz der Khosroes erneuern zu sollen. Die Revolution,welche dieser Dynastie zum Throne verhalf, war vonpersischen Truppen unter persischen Führern gemachtworden. Die Gründer der Dynastie, Abul Abbas undnamentlich Mansur sind immer von Persern umgeben.Es sind dies gewissermassen wiedererstandene Sassaniden;die vertrauten Räthe, die Lehrer der Prinzen, die oberstenMinister gehören zu den Barmekiden, einer altpersischen,sehr aufgeklärten, dem Nationalkultus der Parsi treugebliebenen Familie, die erst spät und ohne Ueberzeu-gung zum Islam übertrat. Die Nestorianer umgabensehr bald diese wenig glaubenseifrigen Khalifen undwurden auf Grund einer Art ausschliesslichen Privile-giums deren Leibärzte. Eine Stadt, die in der Geschichtedes menschlichen Geistes eine ganz besondere Rolle