nähme, es liat seinen eigenen Genius sich zu erhaltengewusst; denn Persien hat innerhalb des Islam sichseinen besondern Platz gewahrt, es ist im Grunde vielmehr schiitiscli als muselmännisch.
Um die traurigen Folgerungen -abzuschwächen, dieman aus diesem so allgemeinen Factum gegen denMahomedanismus zu ziehen geneigt wäre, möchten vielePersonen uns überzeugen, dass jener Niedergang viel-leicht doch nur eine vorübergehende Erscheinung sei-Um über die Zukunft zu beruhigen, berufen sie sich aufdie Vergangenheit; die jetzt so gesunkene muselmännischeCivilisation, sagen sie, strahlte ehemals im blendendstenGlanze. Sie besass Gelehrte und Philosophen; sie warJahrhunderte lang die Beherrscherin des christlichenAbendlandes. Warum sollte das was gewesen, nichtwieder sein können? Gerade auf diesen Punkt möchteich die Untersuchung lenken. Hat es in Wirklichkeiteine muselmännische Wissenschaft, oder mindestens einevom Islam anerkannte, vom Islam geduldete Wissenschaftgegeben ?
In den Thatsachen, die gewöhnlich angeführt werden,liegt gewiss ein ganzes Theil Wahrheit. Ja, etwa vomJahre 775 ab bis gegen die Mitte des dreizehnten Jahr-hunderts , das heisst während eines Zeitraumes vonungefähr 500 Jahren, gab es in mahomedanischen Län-dern Gelehrte, sehr hervorragende Denker. Man kannsogar sagen, dass während jenes Zeitraumes die malio-medanisclie Welt, was die Geisteskultur betrifft, derchristlichen Welt überlegen war. Es ist jedoch notli-wendig, diese Thatsache genauer zu betrachten, um