Sechzehnter Brief. 127
Astronomen rechnen, was bei ihnen ein Tagheißt u. s. w.
Die fürs gemeine Leben zureichende Kennt»niß, daß man den Zeitraum von einem Mit-tage bis zum andern, oder auch von einer Mit-ternacht bis zur andern einen Tag nennt, unddiesen Zeitraum in 24 Stunden einthrilt, istfür den Astronomen nicht hinlänglich. In un-fern bürgerlichen Geschäften brauchen wir unseben nicht darum zu bekümmern, ob dieser Zeit-raum heute einige Sccunden länger oder kürzerist, als in einer andern Jahreszeit; aber derAstronom verlangt hierin eine größere Genauig-keit. Um eine richtige Grundlage zur Abmessungder Zeit zu besitzen, ist es nothwendig, einMerkmal, ein Signal gleichsam, zu haben, wel-ches uns allemal mit völliger Genauigkeit denAblauf eines gewissen Zeitraums angiebt. Unsrekünstlichen Uhren sind zwar hiezu einigermaßenbrauchbar, aber um sich zu überzeugen, ob undin wiefern die von ihnen als gleich angegebenenZeiträume es auch wirklich sind, oder um dienie ganz fehlenden Irregularitäten ihres Gangeskennen zu lernen, bedarf es doch immer einesRegulativs, welches von zufälligen Umständen