„wissen, daß die Juden ein sonderlich Gebet„haben, darin erlauben sie einander falsch zu„schworen gegen die Gojim, das ist, gegen„die Christen; und solches Gebet spre-„chen sie mit großer Andacht. An dem„Abend vor dem Fest Jom Kippor, der lan-„ge Tag genannt, bereiten sie sich in weißen„Kleidern, und gehen mit bloßen Füßen,„und drei der fürnehmsten Juden selbigen„Orts treten für die Archa, darinnen sie die„fünf Bücher Mosis haben, und singen daS„Gebet dreimal nach einander, je einmal„höher, denn das andere, und haben eine„sonderliche Melodei dazu, und dies Gebet„lautet also: Kol nidre feisure, veracho-„ne ve kenuje ve keuuse usch fuo se„ane deno darno io nodarno, das ist:„alle unsere Gelübd und Bündniß, und alle„die Eid und Schwur, wie sie mögen genannt„werden, sollen tob und ab, und nichts gültig„seyn, von diesem Tag Jom Kippor bis„über ein Jahr, da »er Tag wieder kommt,„uns zum Guten" und alle dabei versamm-lete Juden schreien auf dies Gebet: „Amen."Diese Meinung, daß das Kol nidre dieEide dergestalt, daß solche zu brechen keine Süli-de sey, aufbebe, ist indessen nicht ganz richtig.Die seligen weisen Rabbinen, als derRabbi Abubaf in seinem Buche lAeriörathharnrnäor. Frkf. a. M. 1687. Fol* 15.col. 4 - Fol. 74. col. 2. Cap. 4,
Rab. Bechai. Auslegung der 5 Bücher Mo-sis, Venedig 1546- Fol. rgg, col. 5. U.Fol. 136. col. 2. Parascha Mattoth.Fol. 29, col. 4. Parascha Vajera. Fol*90. col* 2* Parascha Vajischma Jethro.