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2 (1858)
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XXXI. Otto l. 1260—1279.

Reiche den Hildesheimischen Bischöfen verliehene weltliche Gericht, Gograf-schaft genannt, Die Hofbedientcn, der Marschall, Cämmerer nndSchenk, machten bei dem Tode eines Bischofs ans dessen HansrathAnspruch; Otto wies diese Anmaßung gänzlich zurück. 2)

So Großes schaffte Otto für sein Stift; seiner jugendlichen Un-erfahrenheit müssen sehr tüchtige Rathgeber zur Seite gestanden haben;noch Größeres würde von ihm geleistet sein, wenn er nicht schwereKriege zu bestehen gehabt hätte. Im Jahre 1274 hatte er Streit mitdem Grafen Conrad von Werningerode wegen Baukosten, die er ansdie Burg Sassenhagen verwandt hatte. Herzog Johann von Sachsenvermittelte den Streit dahin, daß Otto 300 Mark Silbers als Ent-schädigung empfangen und bis zur Zahlung die Burg als Unterpfandim Besitze behalten sollet) Bedenklicher waren die Kämpfe mit seinenBrüdern. Zuerst ergriff sein Bruder Johann gegen ihn die Waffenund verwüstete weltliches und geistliches Gut. Als der Friede endlichhergestcllt war, erwies sich Herzog Albrecht feindselig und beschloß,den Bischof und die Kirche zu demüthigen, was ihm auch nur zu gutgelang. Das Jahr 1278 war ein sehr unglückliches, indem allerRoggen, als er schon in Blüthe stand, erfror und das übrige Getraidedurch Trockniß bedeutend litt. Das Kloster Steterburg ärntete aufseinen vielen Höfen kaum die Einsaat, und mußte mehr als 50 Markzum Ankäufe von Korn verwenden. Außerdem wurde fast ganzBraunschwcig eingeäschert. Dazu nun noch Raubzüge und Krieg. 4)Zuvörderst machte Herzog Albrecht Ansprüche auf fünf Dörfer desSalzgaues (um Ringelheim), über welchen Bischof Otto die Graf-schastsrechte gekauft hatte. Markgraf Otto von Brandenburg wurdezum Schiedsrichter erwählt und sprach die Dörfer Albrecht zu. DerBischof widersprach; nun regte der Herzog die Feinde der Kirche zuRaub und Brand auf, gestattete ihnen freien Durchzug durch seineLande und sichere Zuflucht in seinen Vesten. Der bedrängte Bischofnahm den Herzog Johann in Rath. Dieser trat, als er die Aus-söhnung vergeblich versucht hatte, auf des Bischofs Seite und gewannihm als Verbündete die Erzbischöfe von Magdeburg und Bremen unddie Markgrafen Otto und Albert von Brandenburg. Leider starb derHerzog Johann im Jahre 1277, und Albrecht wurde Vormund über

>) Lünig, ReichS.-Arch. XVII. 288.

2) Scheid, vom Adel 118. Llaäer. amtiyq. Lrmmv. 262.

3) Treuer, Münchhaus. Geschlechtsgesch. Anh. 15.

4) I,eibm I. 868.