Druckschrift 
2 (1858)
Entstehung
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Vierter Abschnitt.

Mn Heinrich I. 6i8 auf Erich, M6l503.

Wir treten in eine neue Zeit ein. Der Durst nach Geistlichkeitund Klöstern ist gestillt; selbst das Gcgenstreben gegen der Geistlichkeitund der Mönche Reichthum und Unthätigkeit, welches sich in der Ein-führung der Orden der Prediger, der minderen Brüder und der Büße-rinnen offenbarte, war fast befriedigt. Alles wandte sich der Weltzu. In dieser trat vor Allem die Dienstmannschaft hervor. DieEdelfreien, nie zahlreich und zu einer Genossenschaft nicht vereint,verloren sich mehr und mehr; mit dem Schwerte entsank den Gemeinenihre Bedeutung, wogegen die Dienstlente, schon durch ihre Abstammungaus der Unfreiheit, dann durch das Dicnstmannsrecht eng verbundenund äußerst zahlreich, durch ihre Waffenkunde unentbehrlich, die ersteStelle im Rathe des Bischofs und in der Gesellschaft einnahmen.Wie emporgekommene Niedere hochmüthig und gierig, rissen sie einenbedeutenden Theil der geistlichen Güter an sich, durch das Kriegerlebenbis auf Wenige roh und gewaltthätig, wurde das Land, zu dessen Schuhesie berufen waren, durch ihre Verheerungen fast vernichtet, und es warnoch die Aufgabe einer viel späteren Zeit, diese aus den Unfreienhervorgegangene Plage zu beschränken und zügelloser Anmaßung Grän-zen zu setzen.

In dem widrigen Streite um den Bischofsstuhl, welcher dentrefflichen Conrad von Hildesheim verscheuchte, haben wir den erstenBeweis jener ungeistlichen Gesinnung.

XXIX. Heinrich I.

(12461257.)

Heinrich war Probst zu Heiligenstadt, als ihn die Stimmen desgrößeren Theiles der geistlichen Brüder am Dome zur Bischofswürdeii. 17