Druckschrift 
3 (1820)
Entstehung
Seite
33
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^ Spanien» 3Z

sammlungsort der Cortes militärisch zu umringen, dieCorres zu zerstreuen, und in der Nacht vom ic, 11 .Mai die wichtigsten derselben in Kerker abzuft'ihrcn.Bier Tage nach dieser That hielt Ferdinand seinen Ein-zug in Madrid.

Enthält nun gleich die nachstehende Constitution derCortes manche bedeutende Beschränkung der königlichenGewalt und eine zu weit ausgedehnte Macht der Cor-tes, welche bei einer nochmaligen Revision dieser Con-stitution modisicirt werden konnte; so bleibt doch dieseConstitution, als eine eigenthümliche Pflanze des spa-nischen Bodens, ein merkwürdiges Actcnstück der neue-sten Zeitgeschichte, und darf als eine, nur auf kurze Zeitin einem wichtigen europäischen Reiche geltende, Ver-fassung in der Reihe der übrigen bereits erloschenen neue-ren Verfassungen nicht fehlen. Wenn es zweckmäßigwar, daß diese Verfassung besonders die Inquisitionund die überwiegende Macht der Geistlichkeit bei ge-wissenhafter Beibehaltung der katholischen Religionauf immer innerhalb der spanischen Monarchie vernich-ten sollte; so darf zugleich nicht vergessen werden, daßbereits im Jahre 1813 der päpstliche Nuntius Gra-vi n a so stark gegen den Plan der Regentschaft in Hin-sicht der Inquisition sich erklärte, baß sie ihn aus Spa-nien entfernte,weil er die ersten Grundsätze des Völ-kerrechts mit Füßen getreten, die Grenzen seiner poli-tischen Sendung überschritten, und mehrere Prälatenund Geistliche zum Ungehorsame gegen die Befehle derRegierung verleitet habe." Doch handelten mehrere Geist-liche, und namentlich die Bischöffe von Orense undOviedo, in demselben Geiste, und wirkten noch vorFerdinands 7. Ankunft durch die Geistlichkeit und dieDritter B«nd. 3