z82 Die vier freien Städte Teutschlands.
Wie aber, nach der Völkerschlacht von Leipzig, derEroßherzogKarl von Frankfurt seine weltlichen Würdenam 3o. Oet. r8,3 zu Gunsten des, im Jahre :3:o zuseinem Nachfolger von Napoleon ernannten, DicekönigsEugen von Italien resignirte, und sich zuerst nach Con-stanz, dann nach Regensburg begab, ward von denverbündeten Machten der Vicekönig nicht berücksichtigt,sondern in ihrem Namen am r4. Dec. r8:3 erklärt:„daß die Stadt Frankfurt, von diesem sogenanntenGrofihcrzogthumc getrennt, in ihre eigene ständischevormalige Municipalversassung vorläufig zurücktreten solle." In diesem Sinne erließ daher auchder Frankfurter Senat am 3:. Dec. :8i3 eine öffent-liche Erklärung, worauf von dem dasigen Generalgou-vernement am 22 . April -8,4 in einer förmlichen Notewiederhohlt ward: „daß Frankfurts ehrwürdige, unddurch Erfahrung eines Jahrhunderts gut und bewährtgefundene, alte reichsständische Verfassung— so wert es zu erreichen wäre — ohne Aufenthaltwieder hcrgestcllt werden sollte."
Allein der fortdauernde Krieg vcrspätigte die Vollen-dung der neuen Organisation; mehrere Vcrfassungs-eiitwürfe kamen zur Sprache, wobei sich die Interessendos Magistrats und der aus den verschiedenen Standenzusammengesetzten gemischten Commission durchkreuzten,so daß nach einander drei verschiedene Commissionen zurEntwerfung einer neuen Constitution gebildet wurden.Zuletzt erschien, unter dem Einflüsse des Staatsmini-sters, Frciberrn von Stein, als'Haupt des ober-sten Vcrwaltungsrathes in den von den Verbündeteneroberten Ländern, ein vierter Entwurf, unter demTitel: Constitution der freien Stadt Frank-furt am Main, Franks, bei Eichenberg r3r4. 8. in