Druckschrift 
2 (1817)
Entstehung
Seite
112
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H2

Oestreich.

Es gehört zu den guten Zeichen der Zeit, daß einigeteutsche Staaten bereits angefangen haben, denBauernstand, wie in Schweden seit Gustav Wasa'sZeiten, besonders vertreten zu lassen. Welcher teutscheFürst wird aber den Ruhm in der Geschichte der wut-schen Nation erstreben, der Erste zu seyn, welcher denStand, der das geistige Leben fördert und erhalt,durch eigene Repräsentanten zur öffentlichen Vertretungerhebt?

Wenn diese Bemerkungen sich überhaupt auf alleständische Repräsentationen auf tcutschem Boden bezie-hen; so gelten sie auch im Einzelnen von der wieder-hergestellten und etwas veränderten Ver-fassung in Lyrol. Man sieht wohl, das Alteist die Basis bei derselben geblieben, und eine durch-greifende zeitgemäße neue Organisation hat man nichtbeabsichtigt, wahrscheinlich weil das brave Volk vonTyrol durchaus allen Neuerungen abgeneigt, und fürden großen Umschwung, welchen das übrige Teutsch-land seit Zv Jahren erhalten hat, in seinen Bergennoch nicht reif geworden ist. Deshalb darf die Auffri-schung eines besonder» Prälaten- und Herren-standes nicht befremden; treten sie doch durch diebeiden Stände des Bürgersund Bauers, die auchbesonders repräsentirt werden, in dem ganzen Systemewieder ins Gleichgewicht. Allein überraschend ist es,daß den Ständen das Recht der Steuerbewilli-gung entzogen wird, das auf teutschem Boden so altist, als der Rechtszustand selbst, und das ehemals dentyrolischen Ständen, wie allen auf tcutscher Erde, zustand.Eben so ist das Recht,Bitten und Vorstellun-gen im Namen des Landes" zu erlassen, ein Recht,das sich von selbst versteht, weil ja selbst in den Staats-