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stellte mir seine Frau vor, ich empfing sie als obich nicht wüsste wer sie vorher gewesen wäre, ichdenke wenn Goethe ihr seinen Namen giebt könnenwir ihr wohl eine Tasse Thee geben. Ich sah deutlichwie sehr mein Benehmen ihn freute, es waren nocheinige Damen bey mir, die erst formell und steifwaren und hernach meinem beyspiel folgten. Goetheblieb fast 2 stunden und war so gesprächig undfreundlich wie man ihn seit Jahren nicht gesehenhat. Er hat sie noch zu niemand als zu mir inPerson geführt, als fremde und Gros-Städterin trauter mir zu dass ich die Frau so nehmen werde alssie genommen werden muss, sie war in der Thatsehr verlegen, aber ich half ihr bald durch, inmeiner Lage und bey dem Ansehen und der Liebedie ich mir hier in kurzer Zeit erworben habe kannich ihr das gesellschaftliche Leben sehr erleichtern,Goethe wünscht es und hat Vertrauen zu mir undich werde es gewiss verdienen, morgen will ich dieGegenvisite machen.
Weimar, den 19. Nov. 1806. Schluss: „Gottlob wirhaben den Sturm überstanden, er hat uns arg mit-gespielt, aber jetzt ist’s vorüber, ich lebe hier fort-dauernd ruhig und folglich glücklich, seit lange,seit meinen Kinderjahren bin ich nicht so zufriedenwie jetzt gewesen . . .“
Weimar, den 19. und 22. December 1806. . . . VorigeWoche brachte ich einen sehr angenehmen Abendbei der Herzoginn zu, es war niemand dort als ich,die Hoffdamen, Goethe, Wieland, und Einsiedel,Goethe zeichnete wie immer, ich finde ihn abernirgends heiterer und liebenswürdiger als bey mir.. . . Die üardua mahlt jetzt Goethen, ich glaubefast er würde mir auch sizen, wenn ich ihn drumbäte, den Muht dazu hätte ich wohl, aber wenn’szur Ausführung käme und er mich dann so ernst-haft mit seinen durchdringenden Augen ansähe,dann wäre ich in Gefahr davonlaufen zu müssenallso lass ich es lieber . . .
Weimar, den 8. Dec. 1806. Erwähnungen des MalersBunge in Hamburg: „Goethe hält viel auf ihn undcorrespondirt mit ihm.“ Besonders wird seine Kunst-fertigkeit im Ausschneiden von Blumen erwähnt,womit die Schopenhauer wetteifert.
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