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Natürlich ist es daher, dass der Dichter bei einer solchenAnlage und Vorbildung unserem rheinischen Carneval ebenfallsvolles Verständniss und rege Theilnahme entgegenbrachte,sobald man seinen Blick darauf lenkte. Schreibt er doch unterdem 25. Januar 1825 an Nees von Esenbeck, mit welchem erdes Oefteren über den rheinischen Fasching brieflich Gedankenaustauschte: „Lassen Sie mich an dem Ferneren theil-n ehme n.“
Ja, selbst dem übersprudelnden Humor wird er gerecht,dadurch, dass er die Umhüllung der carnevalistischen Schriftender „berittenen Mondsuniversität zu Dülken“, darunter das Diplom,das ihn in derbem Scherze zum „Doctor, Bitter des jungenLichts erster Grösse und des Windmühlenordens mit zweiFlügeln“ ernennt, mit der Aufschrift versieht:
„ K h e i n i s c h e Absurditäten“und die Schriften sorgsam aufhebt.
Das rege Interesse des Altmeisters an dem im Jahre 182Bnach langer Pause wieder in’s Leben gerufenen und glänzenderneuten rheinischen Volksfeste findet mehrfach Ausdruck inder Correspondenz Goethes, in „Kunst und Alterthum“, sowiebesonders in dem bekannten Gedichte: „Der Kölner Mummen-schanz“ und rechtfertigt sicherlich die reichliche Darstellung,welche unsere Ausstellung — den meisten Besuchern als neuesMaterial zur Würdigung Goethes ■— bietet.
0. Rautert.