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Rheinische Goethe-Ausstellung : in der Aula der königlichen Kunstakademie zu Düsseldorf Juli bis October 1899
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Verehrung führte allgemach zur Goetheforschung; Varnhagenvon Ense, der feingeistige Sohn Düsseldorfs, liess, nach Berlinverpflanzt, seine Gattin ßahel aus ihrem Salon einen Goethe-tempel machen und legt in seinen Zeugnissen der Mitlebendenden Grundstein zur Goetheforschung; Immermann, der auf seinerheuer, wie es scheint, leider vergessenen DüsseldorferMuster-bühne Goethes Dramen würdig verkörperte, Grabbe, der Un-gezügelte, grauenhaft Gewaltige, suchten und fanden Berührungmit Goethe.

Eine grosse Zahl solcher Berührungen, erratische Blöckeim Waldrevier, überblickt die heutige Goetheforschung; da sievieles weiss, möchte sie alles wissen, und sie dürfte gewissnoch auf manche derartige Beziehung Goethes zu unseren Landenstossen, die noch nicht oder doch zu unzulänglich bekannt ist.Als auf der medico-historischen Ausstellung zur 70. Versamm-lung der deutschen Naturforscher und Aerzte im Kreise dermedicinischen Lokalgeschichte der Krefelder Arzt Karl AugustSteifensand-Menapius aus der Vergessenheit auftauchte, war esden meisten eine Ueberraschung, dass dieser vielseitige Manneines seiner Werke Goethen widmen durfte. Der interessanteAnerkennungsbrief des Altmeisters an Steifensand dürfte aberwohl auf unserer heurigen Goetheausstellung zum ersten Malvor die Oeffentlichkeit treten.

Unvergessen sollen sie auch alle sein, die sich nur einmalmit dem Heros in Weimar berührten! Wer kann es heutenoch ermessen, welche Wirkungen ein solcher Sonnenstrahl,ausgehend von Goethe dem Einzigen, im Leben eines unsererrheinischen Gaugenossen entfaltete? Ist doch oft eine Stunde,die flüchtige Begegnung eines Augenblicks von einschneidendererBedeutung, als lange, träge sich hinschleppende Jahre täglichgewohnten Verkehrs!

Ein Strahl von Grösse fiel auf sie

K. Suclhoff.