zunächst in Wallrafs Wohnung, die ganz mit Gemälden undandern Antiquitäten gefüllt war, dann beim Rector Gerhard.Kunibert Fochem, der manches Werthvolle zusammen getragenhatte. Auch die bei den Festungsbauten aufgefundenen römischenAlterthümer erregten Goethes besonderes Interesse.
Am Abend des 27. Juli fuhren die beiden Excellenzen,.vom Maler Fuchs begleitet, nach Bonn, dessen Sehenswürdig-keiten am andern Tage an die Reihe kamen. Goethe erwähntbesonders den römischen Altar der Victoria, der damals nochauf dem Remigiusplatze aufgestellt war, und die originell ge-ordnete Sammlung des Kanonikus Franz Pick, dessen Geist undWitz unsern Altmeister erfreuten. Vom „alten Zoll“ genossman den wundervollen Blick auf’s Siebengebirge, der unsernDichter besonders entzückte. Man verweilte dort in längeremGespräch und erwog die Vorzüge und Schattenseiten der Nachbar-städte Köln und Bonn, soweit sie bei der Frage der Neugründungeiner preussischen Universität am Rhein statt der eingeschlafenenin Duisburg, der nie die Sonne des Glückes geschienen hatte,in Frage kamen. Kreisdirector Rehfues wird energisch für Bonneingetreten sein, für welches auch Goethe geneigt war.
Zu Wagen fuhr man von Bonn rheinauf bis Andernach,,besuchte die Niedermendiger Steinbrüche und war Abends spätin Coblenz. Auf der Karthause nahm man am 29. Juli einsolennes Frühstück in Gesellschaft der Familie Görres undanderer Notabilitäten. Die köstliche Lage der Stadt und ihrereiche Umgebung fesselte wieder den Dichter, nicht minder dieRuine von Ehrenbreitstein und der wenig im Kriege beschädigteweitläufige Schlossbau, den er 1772 schon in den Plänenstudirt hatte.
Zum letzten Male hatte Goethe unser liebes Rheinthalgeschaut! Am selben Abend noch waren unsere beiden Reisendenwieder in Nassau, wo Goethe noch zwei Tage als Gast bei