furcht begrüssten sich die beiden grossen Excellenzen. DerFreiherr machte Goethen den Vorschlag, mit ihm nach Kölnzu fahren, und erbat sich von ihm eine Denkschrift über Kunstund Alterthum in den Rheinlanden. Schon am andern Tagefuhren die beiden grossen Männer zu Wagen nach Ems undweiter „bergan und bergab bis Thal-Ehrenbreitstein“, von woman im Nachen rheinab fuhr.
Wieder umfingen den Dichter die Schönheiten des Rhein-thaies mit seinen Bauwerken und Ruinen, die den Geist in dieVergangenheit lenken — und mit ihm fuhr der deutsche Mann,der grosse Staatsmann, der die Seele des Weltkampfes gegenden korsischen Eroberer gewesen war, der Reorganisator despreussischen Staates.
In Köln, das seit B Monaten förmlich in den Besitz derKrone Preussen getreten war, landeten die beiden GrössenDeutschlands am Abend des 25. Juli und nahmen im „Kaiser-lichen Hofe“ Wohnung. Dort empfing sie die Freudenbotschaft,dass der heil. Petrus von Rubens, das berühmte Altarbild derKölnischen Petruskirche, von Goethe einst bewundert und vonden Franzosen später als Beutestück nach Paris geführt, sichwieder auf dem Heimweg befinde. Am 26. wurde die ehrwürdigeDomruine „in- und auswendig, oben und unten“ besichtigt unterFührung Wallrafs, des ersten Gelehrten der Stadt Köln. ImDom fand auch das Zusammentreffen Goethes mit Ernst MoritzArndt statt, dem Freunde Steins, den Goethe schon in Dresdenbei Körner kennen gelernt hatte, und mit Eichhorn.
Einige interessante Privatsammlungen wurden sodann be-sucht; die Gemälde des Rentners Lyversberg, die Wachsarbeitendes Domvikars Bernhard Kaspar Hardy und seines SchülersKarl Hagebold, die Miniaturen Peter Joseph Lützenkirchenswurden beschaut. Am andern Tage fuhr man zuerst um dieStadt und setzte darauf den Rundgang der Besichtigungen fort,