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Gegen Abend war man in Büdesheim und kam dort mitten indie Vorbereitungen zu einem frohen Feste: am folgenden Tagesollte die in den Kriegsstürmen zerstörte St. Kochuskapelle nachschmuckem Wiederaufbau neu geweiht und ihrer frommen Be-stimmung zurückgegeben werden. Man besuchte am Abendnoch die Burg des Grafen Ingelheim und liess nachher im Gasthaus„Zum Adler“ (Goethe nennt es versehentlich „Zur Krone“) dieallgemeine Festfreude auf sich wirken. Am andern Morgen inaller Frühe besuchten die Reisenden die Sammlung des Hofrathsund Mineralogen Götz in Büdesheim und setzten dann noch früham Tage nach Bingen über. Wie er dort die fröhlichen Er-eignisse des Rochusfestes mitgenoss, sich unter das lustigerheinische Völkchen mischte, sich die Legenden des Heiligenerzählen liess, Avie die Rochuskrüglein kreisten und er von Wein-lagen und guten Jahrgängen Kenntniss gewann und von Herzenfroh mit den Fröhlichen war, das hat er uns in köstlicher Un-mittelbarkeit selbst geschildert. Aus dem Trubel des Festes risser sich mit seinen Freunden gegen Abend los und kehrte nachkurzer Fahrt rheinabwärts bis Assmannshausen nach Eltvillezurück, avo übernachtet wurde.
„Was ich dort gelebt, genossen,
Was mir all dorther entsprossen,
Welche Freude, welche Kenntniss,
War’ ein allzu lang Geständniss.
Mög’ es jeden so erfreuen,
Die Erfahrenen, die Neuen“ —
Schütteln aber „die Erfahrenen“, die Goetheforscher denKopf darüber, dass wir jene zwei köstlichen Goethetage ausnassauischem und hessischem Gebiet in den Kreis unsererrheinischen Ausstellung hinübergezogen haben, und zeihensie uns doppelter Inconsequenz, dass Avir dann Avieder das„Supplement zum Rochusfeste“, die „Herbsttage im Rheingau“,un-beachtet Hessen, so freuen wir uns dennoch, dass Avireinem ausgesprochenen Wunsche mehrerer Goethefreunde inDüsseldorf, aliwo Sanct Rochus hoch in Ehren steht, ein Zu-geständnis gemacht und gleichzeitig Maass gehalten haben.
K. Sudhoff.