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Rheinische Goethe-Ausstellung : in der Aula der königlichen Kunstakademie zu Düsseldorf Juli bis October 1899
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Goethe, wenn er es auch sich selbst noch nicht einge-standen haben mag, zu Bettys Gatten, Fritz Heinrich Jacobi;Basedow nach Neuwied, Lavater zur Zusammenkunft mitdem Duisburger Rector Hasenkamp in Mühlheim am Rhein.

Lahneck regt Goethen zu dem GedichteGeistes Grussan, die Genossen und die Umgebung geben Veranlassung zuKnittelversen. Es folgt der berühmte Mittagstisch in denDrei Reichskronen in Coblenz

Prophete rechts, Prophete links.

DasWeltkind geht dann allein seinen Weg, hinübernach Vallendar, die Familie DEster zu besuchen, die ihm vonden Sommertagen in Thal-Ehrenbreitstem 1772 bekannt undwertli war. Das elfjährige TöchterleinGrethel reicht ihmeinen Blumenstrauss, den der Dichter auf der weiteren Reisenoch alshalbverwelkten lieben Blumenbusch am grauenHute trägt. Die wieder vereinte Reisegesellschaft fährtweiter bis Neuwied, wo alle bei Hofe empfangen werden,und Basedow und Frau Kämpf Zurückbleiben.

Mit demBruderschilflein der Herrenhuter fahren Goethe,Lavater und Schmoll rheinab bis Bonn, zu Wagen bis Köln; jdann, wie wir aus Lavaters Reisetagebuch wissen,Goetheund Schmoll auf Düsseldorf, Lavater nach Mühlheim. So steigtdenn Goethe am 20. Juli Abends in Düsseldorf im Prinzen vonOranien ab, eilt am andern Morgen zu Jacobis Haus in der\Neustrasse, dann nach Pempelfort und zur Gemäldegallerie.W Am andern Tage gehts nach Elberfeld, Dr. Jung (-Stillingjzu besuchen, wo auch Lavater und die Brüder Jacobi zugegensind. Alle linden gastliche Aufnahme bei dem KaufmannCaspari im Kipdorf und lernen eine Reihe der hervorragend-stenFreunde Tersteegens im Wupperthal kennen; auchHeinse ist mit von der Partie. Am 23. Juli Rast in Pempel-fort; am 24. Fahrt Goethes mit den Brüdern Jacobi unddem Redacteur der Jacobisclien Iris, Heinse, nach Bensberg,wo man das Schloss und die Weenixschen Gemälde bewundert,und die Aussicht in der Laube des Schlossgartens geniesst,von Bensberg nach Köln, woJabachs Wohnung und be-sonders das Jabaclische Familiengemälde von Lebrun in Goethedas zarteste und schönste Gefühl, dieRuine des Doms dievon Strassburg her gewohnten Gefühle erregt.

Ein wunderbarer Abend am mondbeschienenen Rhein imGasthofZum heiligen Geist in Köln drückt der Freund-schaft des Dichters mit dem Pempelforter Philosophen dasSiegel auf. K. Stidhoff.