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Tlial-Ehrenbreitstein“ — bei Sophie von La Roche, einer dergeistvollsten Frauengestalten der Zeit der Empfindsamkeit,und in deren bedeutendem, vielseitig belebten Kreise — wiesollten uns alle diese Begegnisse nicht von grosser Be-deutung sein?
Indess vergingen dem Dichter fast zwei Jahre, ehe all’dieser Erlebnisse wundersamste Frucht reifte, ehe „WerthersLeiden“ — im Februar und März 1774 in Frankfurt aufsPapier geworfen — die alte enge ReichskammergerichtsstadtWetzlar zur Weltberühmtheit erhob.
Die Rheinische Goethe-Ausstellung hat dieses zeitlichenZwischenraumes nicht zu achten vermocht und die Werther-literatur unmittelbar neben die Zeugen und Zeugnisse jener„schönen Jahreszeit bei Frau v. La Roche“ rücken müssen.Gerade so aber ergiebt sich ein ungemein anziehendes Bildeiner der bedeutendsten Perioden unserer klassischen Literatur,das, mit F. H. Jacobis bekanntem Paradoxon über Goethes„Dichtung und Wahrheit“ zu reden, „wahrer ist, als dieWahrheit selbst“.
Schimmelbusch-Hochdahl.