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Rheinische Goethe-Ausstellung : in der Aula der königlichen Kunstakademie zu Düsseldorf Juli bis October 1899
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selbst zu weitergehenden historischen Untersuchungen über dieBeziehungen Goethes zu Land und Leuten am unteren Laufe desRheines. Bei diesen Forschungen gewann bei uns allmählichauch Gestalt der Gedanke einer

Rheinischen Goethe-Ausstellung in Düsseldorf.

Nicht, als ob wir hier am Rhein schon so Goethe-fremdgeworden wären, dass wir uns den Unsterblichen von Weimarnur noch historisch nahe bringen könnten, nahe bringen müssten 1Der Schreiber dieser Zeilen, der zwischen dem Hirschgraben unddem Brentanohause in Frankfurt aufgewachsen ist, dem »Dichtunglind Wahrheit« und Brentanos Märchen schon in die Kinderträumehineinspielten, möchte so etwas gewiss nicht von sich gesagtwissen. Nein, allen Gebildeten hier am Rhein sind Goethes unver-gleichlich hohe Werke noch herrlich wie am ersten Tag.

Aber die Blätter im goldenen Büche der Geschichte auf-zuschlagen, auf denen Goethes Weilen hier am Rhein verzeichnetsteht, den Spuren nachzugehen, die sein hoher Gang unaus-löschlich in unserer Heimath Boden drückte, uns so die Tagezurückzurufen, da er rheinische Art und Kunst auf sich wirkenHess, um tausendfältig wiederzugeben, was er an Anregung undneuer Erkenntniss froh empfing, solches Thun dankbarer Er-innerung dünkte uns die erhebendste und fruchtbringendsteGoethefeier während der Gedenkzeit dieses Sommers.

Werden es in diesen Julitagen doch 125 Jahre, dass Goetheseine erste grössere Reise rheinab unternahm, sind es dochheute 125 Jahre, dass er zum ersten Male in unserer Kunst-und Industriestadt am Rheine die Augen aufschlug!

Muthig und hoffnungsfroh Hessen wir an sämmtliche Ver-ehrer unseres Dichterfürsten, an alle Freunde und Nachkommender Männer und Frauen Rheinlands, die zu ihm in Beziehungstanden, an alle, denen es eine Freude war, Erinnerungen ausjenen Tagen zu sammeln, die herzliche Bitte ergehen, uns, wassie nur an Bildern, Schriften und sonstigen Erinnerungszeichenaus jener Goethe-verklärten Zeit besässen, für die sommerlichen.Festmonate anzuvertrauen, dass treuer Sinn und sachkundigeHand es in der gastlich geöffneten rheinischen Kunstakademiezu Düsseldorf zu farbensattem Bild vereinige.