265. Geschlecht. Flöhe. IO4I
Farbe ist braun, manchmal etwas röthllch, öftersblaß. Der Rüßel ist kürzer als der Körper, undübrigens giebt es vergrößerte Abbildungen bcy denSchriftstellern genug, woraus sie ein'jeder schonkennen wird. Die Larve ist raupenartig, hat keineFüße, aber einen doppcltgabclförmigen Schwanz,und spinnet sich ein. Die Puppe hat sechs Füße,und ist unbeweglich, und in der Begattung besteigtdas Weibchen das Männchen. Die Schafe habenkeine Flöhe, aber die Hasen desto mehr, daher dieDalekarlier Hasenbalge tragen, um die Flöhe da,rinne zu fangen. Ueberhaupt trift man sie am sicherstenim wollenen Zeuge an, worein sie sich verwickeln.Da sie eine gemäßigte Wärme lieben, so ist in Lapp-land ein Floh so rar, als bey uns eine Laus ausNovaZembla, und die Neger, welche fast nacktgehen, wissen in den heissen Ländern auch nichts vonihnen. Sonst werden sie in Europa und Ame,rica genug angekroffen.
Sie legen ihre Eyer gerne in die Ritzen, inungehobelte Breter und in Säqcspäne, vermehrensich stark, wo nicht durch Reinlichkeit vorgebeugetwird, lieben das schöne Geschlecht, doch die eine Per,son mehr, als die andere. Wer sie vertreiben will,bediene sich des Wermuths, PfersichkrautS, der stin,kenden Kamillen, und des BonenkrautS.
Ihre Sprünge sind für uns ein Räthsel, dennmehr als zweyhundertmal seiner eigenen Länge hochzu springen, wie viel Kräfte müssen da wohl von denMuskeln angcwendet werden? und welches Geschöpfethut es diesen Thicrchen nach? So klein zu seyn,und doch so scharf zu beisscn, daß man dadurch ausdem tiefsten Schlafe aufgeweckt wird, das ist ge,wiß eine ritterliche That, die den Heldhaftesten Sol,ö"/en ^schämen muß. Wir loben dahero die kunst,reiche Hand derer, welche Flöhe an Ketten legen,Uuu s oder