704 Rlagelieddr Jeremias.
Nur einmal legt er den Exulanten dieHofnungin den Mund, auch in dem Land des Siegersruhig unter seinem Schutz zu leben (IV. 2s);sonst wird seiner immer ohne Lob und Tadel er-wähnt (ll. 6. 9).
1. »Aber Jeremias hat doch nach dem aus-»drüklichen Zeugniß des oten Buchs der Chro-»nikJosiasTod in Elegien besungen» (2 Chron.XXX V. 2;)! — Als wenn diese nicht eben sogut könnten verlohren gegangen scyn, als dieübrigen Elegien von andern Dichtern der da-maligen Zeit auf die Leiche dieses trefflichen Kö-nigs, deren auch das 2te Buch der Chronikgedenkt? Haben wir vom Jeremias noch Liederjm elegischen Ton übrig, so muß der Inhaltentscheiden, ob es die sind, wovon die hebräi-sche Chronik spricht, oder andre. Denn vonJeremias, der zur elegischen Poesie gebohrenwar, läßt sich erwarten, daß er noch bei andernVeranlassungen Trauerlieder gedichtet habe!
2. »So muß er doch wenigstens in seiner»Jugend die Klagelieder verfertigt haben; zu»einer Zeit, wo in seinem Munde der Trost,»den er sich einspricht, nicht albern klang:»»Gut ist es, wenn man in seiner Jugend sein
»Joch trägt» (III. 17). Jung war er noch,»als er Josias Leiche beweinte; grau hingegen,»als der Etat der Hebräer durch Nebukadnezar»fiel.« >— Legte sich Jeremias wirklich in dergenannten Stelle Jugend bei, so wollte ich die-sen