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3 (1783)
Seite
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702 Rlagelieder Jeremias.

erwartet. Schwerlich werde der Feind dreiMonathe ruhig vor den Mauern gelegen, son-dern Mauerbrecher angesetzt, und im ztenMonath die Stadt im Sturm erobert habenu. s. w. k)

Gesetzt nun einmal, aber nicht zugegeben,daß alle diese Zusatze zur Geschichte diesesKriegs keine leeren Vermuthungen wären: sosind sie doch zu den Schilderungen dieser Liedernicht hinreichend. Unsre Lieder setzen noch Hun-ger und Niederlagen im Tempel, gänzliche Zer-siöhrung der Stadt und des Tempels, völligeAufhebung der Statsversassung und E.riliumder Bürger, und was dem mehr ist, voraus.Wo ist eine Spur, daß die Edomiter Antheilan dem Krieg gehabt, und über seinen für dieJuden traurigen Ausgang frohlokket haben?wo eine Spur, daß diese Unfälle unter Iosiaslange Zeit voraus durch Propheten geweissagtworden (ll. 17)? Sollten die Schilderungendieser Art lauter Fiktionen des mahlenden Dich-ters seyn? Ich kenne die Freiheiten, die sichdie Phantasie der Dichter erlauben darf, unddie sich auch die hebräischen Dichter erlauben.Beruhen aber Hanptschilderungen bei einemGegenstand aus der Geschichte auf keinen wirk-lichen Faktum; so sind sie gegen allen gutenEeschmak und fallen in Schwulst. Hingegen,

wie

k) Michaelis an den angef. Orte-