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3 (1783)
Seite
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694 -Aohes 2ied.

und vierte Buch mit dem schönen Schlummer-lied; und das zweite mit der Einladung zumGenuß, und dem Wunsch seiner Fülle:esset, Traute, und trinket,und werdet trunken, ihr Lieben!

War der Sammler vom Dichter verschieden, sofiel er in die Empfindungen der siebenden einund krönte sie mit Wünschen. Sammelte derDichter die Früchte seiner Jugendliebe selbst:wer niag ihm diesen Nachklang und Nachgenußseiner ehemaligen Freuden misgönnen?

§. 650.

- Geschichte derselben.

Aber Lieder der Liebe, in denen alles so tiefempfunden lind so stark genossen wird, im Ka-non — wem hat dieses nicht befremdet? DieAengstlichkeit darüber hat schon in frühen Zei-ten viele Hypothesen gedichtet, und, wie unterfrommen Persern bei Hafiz Liedern, die Allego-rie in Gang gebracht, um doch wenigstens einemoralische, oder religiöse, oder politische Absichtin sie hineinzuspinnen. Und doch konnten auchdiese Fadler der Allegorie und Mystik ihre wah-ren Empfindungen nicht ganz unterdrüken; esfühlten Juden und Christen, daß alle ihre Kunstverlohren, und jungen unbefangenen Lesern derWortverstand weit natürlicher, als ihr durchKunst erzwungener scheinen müsse; die Juden

verbo-