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Die Jahrbücher des Lambert von Hersfeld
Entstehung
Seite
XXI
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Vorwort.

XXI

trcibung des Zehnten und die den Sachsen und Thüringernzugcfügten Beeinträchtigungen als gegen das ruchlose Lebenderjenigen Geistlichen, welche nicht auf dem Wege der Tugend,sondern auf dem jähen Pfade des Ehrgeizes und durch Ver-schwendung schlecht erworbenen Geldes zu Ehrenstufen ohneeigenes Verdienst cmporgcstiegcn waren. Bei diesen Verhält-nissen darf es uns nicht wundern, wenn der Schriftsteller viel-mehr dem Papst, als dem König, der, wie er täglich sah undhörte, mit seinen Anhängern sogar Unschuldige, sich nicht Wi-dersetzcnde ungerecht und grausam behandelte, geneigt undgünstig gewesen ist. Heinrichs Leben zerfällt nämlich in zweibesondere Zeiträume, den ersten, in welchem der junge Königdurch Erzieher und Gesellschafter der schlechtesten Art vonLockungen und Verführungen zu Ausschweifungen umstrickt, dieGrenzen seiner Gewalt weiter, als das Beste des Vaterlandeserlaubte, auszudchncn strebte, den andern als über ihn, einenso mächtigen und durch berühmte Ahnen verherrlichten Regen-ten, ganz unverdientes Unglück hcrcinbrach, welches das größteMitleiden erwecken mußte, ein Gefühl, das auch Lambert beiBeschreibung der beschwerlichen und gefahrvollen Reise desKönigs über die Alpen nach Italien auf das theilnchmcndsteäußert. Ucbcr diesen Lebensabschnitt urtheilt er mild undnachsichtig, indem er Heinrichs Plan, das sächsische Volk zuunterjochen und seine verderblichen Lüste und glühenden Leiden-schaften mehr jugendlichem Uebcrmuthe als eingewurzelter Bos-heit zuschreiben und sie gern entschuldigen möchte. Nachdemaber Sachsen und Thüringen durch ihn fast dem UntergangePreisgegebcn, die öffentlichen Angelegenheiten völlig verwirrtund zerrüttet waren, und er den weisen Rath der Fürsten zu