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Die Jahrbücher des Lambert von Hersfeld
Entstehung
Seite
XXII
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ihrer Wiederherstellung verschmähete, ändert er seine Meinungüber ihn, so daß wir nicht nur bei dem I. 1075 S. 239,sondern auch an verschiedenen andern Orten zur Schmach desKönigs noch härtere und nachtheiligere Aeußcrungcn lesen.Hätte ihm das Schicksal vergönnt, sein Werk weiter fortzu-führcn, so würde er Gelegenheit gefunden haben, den Königvon einer bessern Seite darzustellen. Nach Prüfung undErwägung aller dieser Punkte werden wir ohne Bedenken ein-gestehen, daß Lambert, wenn auch von Fehlern und Jrrthü-mern, deren wir einige in unseren Anmerkungen, besonders zuder größcrn Ausgabe der Urschrift, angedcutct haben, wozuseitdem von den neuesten Bearbeitern der Geschichte des Kö-nigs eine nicht unbeträchtliche Nachlese geliefert worden ist, sowenig wir uns auch mit allen ihren Ansichten für einverstan-den erklären können, nicht ganz frei sei, eine vollständige,klare, ansprechende und genaue Erzählung der vornehmsten,zu seiner Zeit wirklich geschehenen Ereignisse hintcrlasscn hat,und daß er zugleich, da er in die Aufsuchung der Ursachenund Folgen derselben cinzugehcn pflegt, eine wahre Geschichtegeschrieben habe und auf den Namen eines pragmatischen Hi-storikers gegründete Ansprüche besitze.

Daher ist es gekommen, daß die meisten deutschen Histo-riker, welche unmittelbar aus den Quellen zu schöpfen gewohntsind, ihn sehr hoch achten und in den Biographien des oftgenannten Königs sich fast einzig und allein auf seine Nach-richten stützen und sich auf ihn, als den zuverlässigsten Ge- swährsmann, berufen.

Rudolstadt, im Dezember 1855.