dm Verlänmdungen und Schmähungen seiner Gegner so an-gelegentlich frcizusprcchen, daß ans der Wärme seiner Vcrthei-digung die Begierde, sich bei ihm beliebt zu machen, unver-kennbar herverleuchte. — So verhehlt er zwar, bei Erwäh-nung des vertrauten Umganges Gregors mit der MarkgräfinMathilde, nicht, wie vielen Stoff zu Beschuldigungen jenesenge Verhältnis; gegeben habe, allein er setzt sogleich (1077S. 285 ff.) hinzu: „jedoch allen, welche vernünftig dachten,war es Heller als das Sonnenlicht, daß dieses Gerede falschsei." Auf die nämliche Art bemüht er sich, die Menge unddas Gewicht der Vergehungen, welcher die Synode zu Wormsden Papst anklagte, zu verringern und zu schwächen, indemer behauptet, daß sie insgesammt von dem Hugo Blancus,einem auf jenen erzürnten Betrüger, erdacht worden, — end-lich berichtet er von den hin und wieder, besonders zu Erfurt,wegen der den Geistlichen befohlenen Ehelosigkeit erregtenNahrungen und Aufständen auf solche Weise, daß er offenbardie päpstliche Verordnung mehr gut heißt, als mißbilligt. —Aus diesen und anderen Gründen erhellt also, daß der Schrift-steller dem Papste von ganzer Seele zugcthan und ein stand-hafter und begeisterter Anhänger seiner Partei gewesen sei.Allein wie war cs möglich, daß er, durch weite Entfernunggeschieden, von dem Manne, der nicht nur in den Augen desVolks für den ehrwürdigsten, beredtesten und einflußreichsten,sondern auch bei den Gebildeten für den besten und vortreff-lichsten galt, anders dachte und sich äußerte? Zur Bewun-derung der wahren und falschen Vorzüge Gregors kam, wiewir bei Lambert lesen, das Gefühl der Dankbarkeit, welchediesem, als dem eifrigsten Beschützer und Hort der deutschen
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten