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Die Jahrbücher des Lambert von Hersfeld
Entstehung
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XVII
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Vorwort.

XVII

konnte. Es liegt aber dem Geschichtsschreiber viel daran, wennihm einmal Gelegenheit geboten wird, den Männern, nachderen Willkür und Wink die übrigen sich richten, nahe undmit ihnen in mündlichem Verkehr zu stehen und ihre Gesin-nungen, Sitten, Neigungen und Bestrebungen zu erforschen.

In dieser günstigen Lage treffen wir den Verfasser oft,da Heinrich 1066, 1071, 1073, 1074 sich in Hersfeld auf-hielt. Daß aber Lambert das, was er als sicher erfahrenund ermittelt hatte, auch richtig und unverfälscht auf die Nach-kommen fortgepflanzt habe, beweist der in allen seinen Erzäh-lungen herrschende natürliche und ungekünstelte Ton, und nochmehr bekräftigen dieses seine freimüthigen und lauten Klagenüber die Sittcnlosigkeit der Geistlichen und den tiefen Verfallder Religion und Kirche. Denn anstatt dasjenige, was er anden Mönchen seiner Zeit zu tadeln fand, absichtlich zu ver-heimlichen oder ihre Schuld auf Andere, besonders die Für-sten, deren Ungerechtigkeiten und Bedrückungen ihrer Untcr-thancn er doch eben so unnachsichtig rügt, übertragen zu wol-len, tritt er offen als Ankläger gegen ihre Laster auf. Wel-ches abschreckende Bild entwirft er bei dem I. 1071 von derEhrsucht, dem Stolze und der Schwelgerei der damaligenMönche! Allein nicht Llos diese, sondern auch die höchstenBeamten der Kirche, wenn sie sich etwa eines sittlichen undunsträflichen Lebens, weniger als sich ziemt, befleißigen, rei-zen ihn zu Unwillen und Mißfallen und er überhäuft sie mitden bittersten Vorwürfen (wie bei dem Jahre 1064 S. 66);und 1070 (S. 88) meldet er mit Entrüstung, daß Hermann(aus dem Geschlechte der Grafen von Formbach) durch Si-monie sich des Bisthnms von Bamberg angemaßt und der-