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Die Jahrbücher des Lambert von Hersfeld
Entstehung
Seite
XV
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Vo rw vrt.

XV

Vor dem Aberglauben der Chronisten dieses Jahrhundertssuchte sich Lambert möglichst zn verwahren, wenn er auch hinund wieder von Wundern der Heiligen und Anfechtungen derMenschen durch den Satan Dinge erzählt, welche zu bezwei-feln der noch nicht aufgeklärte Verstand der Zeitgenossen fürSünde hielt.

Dieser großen Vorzüge ungeachtet, befleißigt sich dochLambert nicht durchgängig einer vollkommen reinen Schreibart.Das Jahrhundert, welchem er angehörte, rechtfertigt einigerMaßen Uebcrtretnngen gegen die gute Latinität.

Ein gleiches Verhältnis; findet Statt bei denjenigen Stel-len, die er aus der heiligen Schrift und den römischen Auto-ren, Cicero, Sallust, Livius, Tacitus, Terenz, Virgil, Horaz,Ovid u. A. entweder wörtlich in seinen Vortrag verwebt oderauf deren Inhalt er anspielt, was bisweilen in derselben Sachezweimal, ja noch öfter zu geschehen Pflegt. Die lateinischenDichter scheint er fleißig gelesen und in Saft und Blut ver-wandelt zn haben. Daher erhebt sich auch sein Stil oft überdie nüchterne Einfachheit der Prosa und nimmt einen höherenSchwung. Endlich macht man ihm übermäßige Fülle derRede, da, wo für Kürze und Gedrängtheit ein schicklichererOrt gewesen wäre, zu nicht ganz ungerechtem Vorwurfe.Doch diese kleinen Mängel, die um so mehr zu entschuldigen,als es sein Berns war, sich ununterbrochen mit heiligen, kirch-lichen und liturgischen Büchern zu beschäftigen, werden durchseine vielen glänzenden Seiten und Tugenden weit überwogen,so daß wir nicht zögern, ihm unter den Schriftstellern desMittelalters einen der ersten Plätze einzuräumen.

Wir tvrnden uns nun zur Untersuchung des Gegenstandes: