Vorwort.
XIII
Wir schätzen und bewundern an ihm eine natürliche, nichtsweniger als rohe Einfachheit und ungekünstelte und reizendeFärbung des Stils. Seine Darstellung der Begebenheitenverdient großes Lob der Ordnung, Deutlichkeit und An-nehmlichkeit. Sie ist mit mannigfaltigen Bildern ausge-zeichneter Männer gleichsam erleuchtet und durch die Reden,die er, als Nachahmer der Alten, ihnen in den Mund legt,und wodurch er uns mitten auf den Schauplatz der Ereignissezu versetzen scheint, beseelt und belebt, und die Geschicklichkeit,die er in hohem Grade besitzt, fast mit einem einzigen Pinscl-strichc, Gestalt und Wesen der Dinge zu zeichnen, so daß wirein treffendes Gemälde derselben vor uns zu sehen glauben —z. B. den König Heinrich, wie er mit Gemalin und Gefolgedie beschwerliche und gefahrvolle Reise über die Alpen unter-nimmt (S. 283 f.), zieht den Leser an und fesselt ununter-brochen seine Aufmerksamkeit. Dann beobachtet er die Zcit-folge immer gewissenhaft und reißt den Faden der Erzählung,wie Andere zu thnn Pflegen, nicht plötzlich und unversehensab, sondern verlängert und spinnt ihn fort, so daß er die Be-gebenheiten eines jeden Jahres getrennt von der Geschichte deskünftigen, behandelt, und daneben das Gedächtniß in demselbenverstorbener, sowohl um Staat als Kirche verdienter Männererneuert, welche Einrichtung die von ihm gewählte Form derJahrbücher verlangt zu haben scheint und die den Nutzen ge-währt, mit einem einzigen prüfenden Blicke alles was zu dernämlichen Zeit geschehen ist, zn betrachten, aber auch Nach-theile und Unbequemlichkeiten verursacht, die der Schriftstellerzwar gefühlt, allein Wohl für nothwendig und unvermeidlichgehalten hat. Doch verläßt er auch mitunter die allznengen