XII
Vorwort.
oder in den diesem benachbarten Gegenden Thüringens undSachsens, oder, weil er das, was sich im Auslande, Italien,Flandern, Niederlothringcn n. s. w-, zutrug, von glaubwürdi-gen Gewährsmännern leicht erfahren konnte.
Nach lebendiger Schilderung der Uebel und Widerwär-tigkeiten, womit Heinrich zu kämpfen hatte, der unwürdigenund grausamen Behandlung, die er in Italien von dem PapsteHildebrand (Gregor VII.) erfuhr, und der Königswahl desHerzogs Rudolph von Schwaben zu Forchheim (1077) schließtder Schriftsteller „ermattet und von dem Gewicht des großenStoffes überwältigt, sein schon weit genug ausgedehntes Werk,damit derjenige, welcher später den übrigen Theil dieser Ge-schichte beschreiben wollte, von einem passenden Punkte ausge-hen könnte." — Ob in diesen Worten der Sinn liege, daßdieses Buch schon in zunehmendem Greiscnalter von ihm ver-faßt worden sei, wagen wir nicht zu versichern, aber da erdie Hoffnung ausspricht, daß ein anderer die Fortsetzung über-nehmen werde, so scheint er wenigstens einige Jahre nachRudolphs Tode sein Werk beendigt zu haben?
Daß Lambert sich die besten römischen Historiker zuMustern der Nachahmung erkohren habe, erhellt deutlich ausder Schreibart, deren er sich bedient. Sein Geist war durchfleißiges Lesen dieser und anderer Klassiker jener Nation mitdem ganzen Alterthnm nicht oberflächlich bekannt, sondern aufdas tiefste davon durchdrungen.
1) Hartw. Floto (s. dessen Kaiser Heinrich der Vierte und sein Zeit-alter s. B. (Stuttgart und Hamburg 1855. 8.) S. 382.) behauptet, daßdieses um 1080, jedenfalls 1084 geschehen, denn zu dieser Zeit sei derAbt Hartwig von Hersfeld und das ganze Kloster sehr entschieden kaiserlichgesinnt gewesen.