Druckschrift 
Vierter Theil (1774) Von den Fischen : nebst ellf Kupfertafeln
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen
 

14 Einleitung

Cinlei- nommen, einmal die Schuppen eines Aandbar-tung. schings zu zählen , und fand derselben wohl zwanzig-tausend.

Was die Fortpflanzung dieser Geschöpfe betritt,rung. so haben sie keine Zeugungsglieder, und folglich hatauch keine Begattung unter ihnen statt, dein allenohnerachtet werden doch von dem Weibchen Eycr, undvon dem Männchen der Same erfordert, davon die-ser jene befruchten muß. Die Eyer sind die sogenann-ten Fischrogen, der SaMe aber die bekannteMilcb, darum die Männchen auch Milchner heis-sen, beydes aber sammlet sich in länglichen Säcken,und ist zu feinet Zeit sehr gedrungen , und häufig bcyden Fischen anzurrcffcn.

Es scheint , daß die Natur den Ueberfluß doliHeyden zu gleicher Zeit reif werden lasse, da jedes,das Weibchen sowohl > als das Männchen, einenTrieb bekommen, ihres UeberflusseS loß zu seyn. Ver-muthlich spühren sie dann beyderseikS ein Jucken, wel-ches sie reitzt, um sich zu reiben, und auf solche Art,sowohl Rogen als Milch auszuprcssen. Wenigstenshat man an stillen Meerbusen, Stranden und ruhi-gen Gegenden der Flüsse, wohin sich die Fische zurVegattungszelt begeben, wahrgenommcn, daß sie sichuntereinander aufsuchcn, und immer gegen einanderfahren, um sich die Bäuche auf der andern Rücken zttreiben, welches denn zuletzt zur Folge hat, daß daSWeibchen ihren Rogen fahren läßt, da denn dasMännchen auf die im Wasser verbreitete Eyer seineMilch spritzt, und sie dadurch befruchtet, dabey abeemit einer besonder« Wollust hin und her fährt, unddie Rogen im Wasser hin und wieder auffängt, undmit Begierde verschluckt, welches ihm vielleicht zurErsetzung der Kräfte nöthig ist, denn wenn das Weib-chen den Rogen von sich gelassen hat, so bekümmertsich das Männchen nicht mehr um dasselbe, und wenn