Der XII. Abschnitt. 455
. wolkenfrei^ heitere Himmel mit einer schönen blauenFarbe erscheint: und nichts ist natürlicher, als daßkchk nH man sich die Erscheinung dieser blauen Farbe den im764. §. vorgetragenen Gründen gemäß eben so , wiehie Erscheinung der Farben bey andern körperlichen
.. Massen vorstelle. Die Lufttheilchen zerstreuen das
zA blaue Licht nach allen Seiten, und lassen dagegendas rokhe Licht am häufigsten durchfallen. Daraus«AM ^lärt es sich zugleich, warum Sonne und Mond,-'/'. wenn sie am höchsten stehen, am weissesten auösehen,dagegen aber sich nach und nach zum blaßgelben, dun»
. 5 ^ ' kelgelben und rothen desto mehr neigen, je näher siedem Horizont kommen. Weil nemlich der Weg,den die Strahlen von der niedrig stehenden Sonne,!^II^ oder dem nahe beym Horizont befindlichen Monddurch die Luft nehmen müssen, viel länger ist, als1 wenn diese Weltkörper höher stehen; so werden destomehr blaue Strahlen nach allen Seiten zerstreuet,»ö« und das durchgehende Licht muß mehr ins gelbe undM rothe fallen.
^ Eben daraus erklärt sich auch ganz ungezwungen
die sehr artige Erscheinung, daß der Schatten einesqM», undurchsichtigen Körpers, wenn derselbe auch nurvon einem Theil der Atmosphäre erleuchtet wird,nicht schwarz, sondern blau auösiehet. Wenn in denM'K Morgenstunden kurz vor Sonnenaufgang in einemEstzl Zimmer, das nicht gegen Morgen liegt, oder we-nigstens nicht gleich von der ausgehenden Sonne er-leuchtet wird, eine Lampe oder Kerze brennt, so sind- die auf eine weisse Flache fallenden Schatten derKörper, welche kein Kerzenlicht erhalten, alsdennblau, wenn sie von dem durch die Fcnsterösnungen1,0 einfallenden Tageslicht erleuchtet werden. Auch nn-M bf 4 M