432 Die PhotomeLrie.
196. §.
Beym undeutlichen Sehen wird das Auge vomgleichförmig erleuchteten Kern des undeutlichen Bil-des auf der Netzhaut, der eigentlich das falsche Bildausmacht, eben so gerührt, als wenn das Augesonst ein gleichförmig glanzendes Object von einemscheinbaren Durchmesser so groß, als der Durchmes-ser des falschen Bildes in Minuten und Sekundenausgedrückt, deutlich stehet: von dem Halbschatten-ringe aber eben so, als wenn jenes Object noch miteinem Ringe umgeben wäre, dessen Glanz gegenden äußern Umfang zu abnähme. Wenn alsogleich das Object wirklich einen gleichförmigen Glanzhat, so muß es doch so scheinen, als wäre nur einTheil desselben um die Mitte herum gleichförmigglanzend mit scheinbar abnehmenden Glanz gegenden äußern Umfang zu. Wenn also die beydenHalbmesser»- und §> in Minuten und Secunden aus-gedrückt sind, so wird diesen Schlüssen gemäßder scheinbare Halbmesser des Objects zu seyn schei-nen, das eigentlich unter dem scheinbaren Halbmes-ser r gesehen wird. Weil jedoch der Halbschatten,ring ganz nahe bey seinem äußern Umfange nurschwach erleuchtet ist; so kann es seyn, daß er da-selbst nicht empfindlich genug bleibt, und daß dasObject unter einem scheinbaren Halbmesser gesehenwird, der nicht völlig — r' -st §> ist.
Hat das Object einen sehr starken Glanz, so istder Halbschatten in der Nähe seines äussern Randesstärker erleuchtet, als wenn der Glanz des ObjectSschwächer wäre. Zwey ungleich stark glänzende Ob-jecte, die so weit entfernt sind, daß sie beym deutli-chen
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