i Z2 Erste Gründe der Perspectiv.
den Schatten wirft, sondern auch von der Gestaltund Grösse des Lichts abhange, von welchem die Er-leuchtung herrührt. Man seßt entweder voraus,daß das Licht einer angezündeten Kerze die Gegen-stände erleuchte; oder man nimmt an, daß selbigevom Sonnenlicht, auch wohl statt dessen vom Mon-denlicht, erleuchtet werden; oder man setzt zumGrunde, daß die Erleuchtung vom Tageslicht her-rschte, ohne daß die Körper, welche den Schattenwerfen, dem Sonnenlicht unmittelbar auSgesetzt wä-ren. Die Rede ist übrigens hier nicht vom körper-lichen Schatten, sondern von der Projeerion dessel-ben auf eine oder mehr Ebenen von gegebener Lage,oder überhaupt auf die Flache andrer umher befind-licher Gegenstände, welche auch der Gck) lag schat-ten heißt: und gewöhnlich hat die Zeichnung diesesSchattens wenig Schwierigkeit, wenn vorher dieGegenstände selbst, welche den Schatten werfen,richtig gezeichnet sind.
7Z- §-
Die Flamme einer angezündeten Kerze oder Lampehat nur eine so geringe Grösse, daß man sie beyZeichnung des Schattens, den die von ihr erleuchte-ten Körper werfen, als einen leuchtenden Punct be-trachten kann, weil hier überhaupt keine grosse Scharfenöthig ist. Demnach ist der körperliche Schattenhier die Erweiterung der Strahlenpyramide, welchedie Lichtflamme als ein leuchtender Punct betrachtetauf den dunklen Körper wirft, nach der andern Seitedesselben der Lichtflamme gegen über. Wenn nuneine Ebene so liegt, daß sie diesen körperlichen Schat-ten schmidet, so muß man vom Mittlern Punct der
Lichv
8
p«r
K
A:il