Z22 Die Mechanik fester Körper.
Verticallinie zu fallen sortfahren, so lange die Be»wegung durch nichts gehindert würde, allein die Ge»schwindigkeit würde nicht weiter zunchmen. Weilman nun keinen Grund hak, anzunehmcn, daß dieWürkung der Schwere wahrend des Falles einmahlaufhöre, so leidet es wohl keinen Zweifel, daß jederschwere Punct mit einer beschleunigten Dervergung herab falle, deren Geschwindigkeit nach undnach immer grösser wird.
16 §.
Es sey also r die in der Zeit t dem schweren Punctvon der Schwere mitgetheilte Geschwindigkeit, somuß c von t so abhangen, daß c mit t zugleich wächst.Ob nun die Geschwindigkeit c in doppelter, dreyfa-cher und überhaupt in »mahl soviel Zeit, auch dop-pelt, dreymahl und überhaupt »mahl grösser werde,als in der einfachen Zeit; ''oder ob die Geschwindig-keit c von der Zeit t nach einem andern Gesetz ab-hänge? das kann nicht anders, als ans richtigen Er-fahrungen entschieden werden. Es sey diejenige Ge-schwindigkeit — L, die der schwere Punct nach Ver-lauf der ersten Zcitsecunde erlangt hat, und diejenigeGeschwindigkeit — r, welche eben der schwere Punctnach Verlauf einer jeden andern Zeit t erlangt hat;wofern nun c mit t allemahl in einerlei) Verhaltnißwachst, so hat man i Sec : t — L : c, mithin c— ü : t, wenn t in Secunden ausgedrückt wird.Sollte vieleicht diese Voraussetzung der Natur ge-mäß seyn, so kann man sagen, daß die Schwere denherabfallenden schweren Punct gleichförmig be-schleunige.
17 §.