zv6 Die Mechanik fester Körper.
Wenn ein Körper nicht schwer wäre, so würde er auchnicht sich selbst überlassen gegen die Erde herab fallen:wäre er in Ruhe, so würde er an derselben Stelle, woer sich einmahl befindet, ohne daß es einer Unterstü-tzung bedürfte, unaufhörlich in Ruhe bleiben, es seydenn, daß sonst eine Ursache hinzu käme, die ihn inBewegung sehte. Wäre dagegen eine körperlichenicht schwere Masse in Bewegung, und würde dieseBewegung so wenig durch irgend eine andre Ursache,als durch die Schwere geändert; so würde diese Masseunaufhörlich in derselben Bewegung bleiben, sie würdein einerley Richtung, also in einerlei) graben Linie, mitei-nerley Geschwindigkeit ohne alle Aenderung wrtrücken.
Daß dergleichen in der Natur nie erfolgt, undam wenigsten solche Körper, wie wir sie an der Erdekennen, in beständig gleichförmiger Bewegung mitunveränderter Richtung bleiben, rührt aus andernUrsachen und in sehr vielen Fällen hauptsächlich vonder Schwere her, welche sie beständig gegen die Erdenieder drückt. Daher kommt es, daß ein Stein,welchen man nach einer gegen den Horizont geneigtenRichtung aus der Hand wirft, im Bogen anfangssteigt, und nachher wieder zur Erde herab fällt, nichtaber seine Bewegung in einerley Richtung mit unver-änderter Geschwindigkeit fortsetzt.
6 §.
Daß es mit diesen Voraussetzungen seine völligeRichtigkeit habe, läßt sich zwar nicht gleich anfangsnach aller Strenge beweisen: sie werden aber dadurchin den mechanischen Wissenschaften zur völligen Ge-wißheit gebracht, weil man beweisen kann, daß alleFolgen, welche aus denselben richtig fließen, mitdemjenigen, was die Erfahrung lehrt, vollkommen
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