94 Die Statik der festen Körper.
wird; so greifen die kleinen Erhöhungen des einen indie Vertiefungen des andern, und einer kann sich andem andern alsdenn nicht fortbewegen, ohne daß dieTheile des einen, welche dem andern im Wege sind,niedergebeuget, oder gar von den übrigen abgerissenwerden. Der daher rührende Widerstand, welcherdie Bewegung eines Körpers hindert, wenn er ander Oberfläche eines andern fortgeführt, und zugleichgegen dieselbe gedrückt wird, heißt das selben oderdie Friction.
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109 §.
Wenn ein schwerer Körper W' auf einer horizon-' taten Ebene lVlX' liegt, und am Schwerpnnct 6 des-selben eine Kraft nach horizcntalerRichtung OO ange-bracht wird, so muß selbige den Körper nach der Rich-tung 6l) in Bewegung sehen, wofern sowohl die un-tere Fläche des Körpers als auch die Ebene lAbl voll-kommen glatt sind, so daß gar keine Friction die Be- >wegung hemmen kann. Wenn 6O ein Faden ist,den man bei, I) über eine Rolle geführt hat; so mästejedes kleine Gewicht den Körper All in Bewegung se-hen, wenn keine Friction es hinderte: denn das Gewichtdes Körpers kann die Bewegung nicht hindern, weil ^
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es ganz von der Ebene getragen wird. Allein wört-liche Versuche lehren, daß in keinem Fall jedes nachGefallen gewählte kleine Gewicht den Körper in Be-wegung setze; nach der verschiedenen Beschaffenheitder Massen, woraus die Körper bestehen, wovon dereine so an dem andern fortgeschoben werden soll, wildselbst bey gleichem Druck des Körpers gegen dieEbene dckbl mehr oder weniger Gewicht am Faden er-fordert, um denselben in Bewegung zu setzen.
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