388
Am 13. März. Von Seiten der Besatzung war manbemüht, außer der gehörigen Organisation der Wachen und Pi-quets in der Festung, auch die Stellung der Vorposten zu ord-nen.') Es hielten dieselben unter dem Obersten Massenbach, Kom-mandeur von Rouguette-Tragonern, im W- das Terrain von derkleinen Kalkschanze über Aller-Engel, Zigankendorf und Stolzen-berg bis PeterShagen besetzt. Zur Unterstützung waren Ablhei-lungen leichter Infanterie am Olivaer-Thore, auf den Ziganken-bcrgen, bei Stolzenberg und Petershagen, so wie von Kavalleriebei Aller-Engel aufgestellt. Am Olivaer-Schlage wurden zweiGeschütze von der neu organisirten reitenden Batterie Holtzendorffans Piquet gegeben. Zur Beobachtung der überschwemmten Süd-und Ostseite der Festung reichte die 80 Mann starke Besatzungder Rückforter Schanze hin. Die Nehrung hielten die wenigenTruppen des Generals Rouquette besetzt, die in einer 7 Meilenlaugen dünnen Linie die User der Weichsel bewachen sollten. VorNeu-Fahrwasser hatten die Vorposten die Linie zwischen demSasper-See und dem Meere inne.
Im Laufe des Tages überschritt eine bedeutende Abtheilungfeindlicher Infanterie und Kavallerie von S. her den Schidlitz-bach und wandte sich gegen die ganze Vorpostcnlinie von Zigan-keudorf bis zu den Verschanzungcn von Neu-Fahrwasser, wäh-rend andere Abtheiluugcn die Vorposten vor dem Bischoffsbergeangriffeu. Der Oberst Wintcrfeld und der Major Graf Krockowwiesen jedoch den Angriff von Neu-Fahrwasser aus derb zurück,woraus ein Theil der Vortruppeu unter dem Major Wostrowskvvom Regt. Courbierc, von Aller-Engel her dem zurückgehendenFeinde in die rechte Flanke fiel und seinen Rückzug beschleunigte-Vor dem Bischoffsberge dauerten die Neckereien der Vorpostenden ganzen Tag über fort, ohne zu etwas Erheblichem zu führen.Gegen Abend gingen die Truppen des Belagerers in die Gegendvon Wonneberg zurück. Bereits bei diesem Gefechte zeigten sichSpuren der später immer mehr um sich greifenden Desertion vonSeiten der Preußen.
1) Siehe Plan Xlll n.