besondere Fehler — wie etwa im Feldzuge 1758 ebenfalls vonSeiten der Franzosen — sehr vergrößert werden würde, aber daskonnte man doch hoffen, daß ein recht energisches Vordringen derpreußischen Armee die Franzosen verhindern werde, früher alshinter dem Rhein ihre Vereinigung zu finden, womit ungemeinviel gewonnen war, und daß endlich auch wohl einer oder derandere französische General, keck geworden durch die Gewohnheitdes Sieges, sich einer Niederlage aussetztc. Es sprachen also gegenden prosektirten strategischen Ueberfall wohl keine innere Gründe;dagegen möchten sich äußere Gründe kaum abweisen lassen.
Der Operationsplan war am 25. September genehmigt wor-den. An diesem Tage stand der größere Theil der Hauptarmeebei Naumburg; der Fürst Hohenlohe setzte sich in Bewegung aufFreiburg; die Sachsen waren noch nicht mobil; die Kalkreuthischenund diejenigen Truppen des Hohenlohcschen Korps, welche dieHauptarmee verstärken sollten, befanden sich noch auf dem Marsch;bei dem Rüchelschen Korps ffehlteu noch die Blücherschen Truppen;das Reservekorps sammelte sich erst bei Fürstenwalde. Die Aus-führung des Planes konnte also keinesweges sofort cintreten; siesollte aber auch in Bezug ans den Beginn der Feindseligkeitenbis zum 8. Oktober verschoben werden, weil die Diplomaten vondiesem Tage immer noch einen Ausweg hofften, um dem Kriegeganz zu entgehen. Es fragte sich nun: ob die Verhältnisse beimwirklichen Ergreifen der Offensive noch dieselben waren, unterdenen man den Plan entworfen hatte, und da hätte man sichallerdings sagen können, daß das nicht füglich bei einem Gegnerwie Napoleon zu erwarten war. Der strategische Ueberfall schienalso bei einer so bedeutenden Verzögerung der Eröffnung derFeindseligkeiten nicht mehr viel für sich zu haben, jedoch blieb dannnoch immer die einfache Offensive übrig, die man nun einmal inder- preußischen Armee entschieden forderte, indem das erhebendeGefühl des Angriffs wohl zu hoch veranschlagt wurde. Die Fran-zosen in einer günstigen Aufstellung zu erwarten, um durch dieVortheile des Terrains deren Uebcrmacht zu kompensiren, lag nichtim Sinne der preußischen Armee. Friedrich der Große hattegesagt: Die Preußen müssen allemal attakiren, und an diesen