Druckschrift 
1 : 1, Der Feldzug von 1806. - 1850 (1855)
Entstehung
Seite
111
Einzelbild herunterladen
 

111

auch für den Petersberg bei Erfurt das an ordnen, was unter denaugenblicklichen Umständen und der Beschaffenheit des Platzesmöglich schien, um ihn wenigstens aus einige Zeit haltbar zumachen. Zur Besatzung von Hameln sollte das Jnfanterie-Regmt. Prinz Oranien des Hannöverschen Korps verbleiben undder General Blücher nach diesem Platz noch 3, nach Nienburg2 dritte Bataillone der westphälischen Regimenter nebst deren Jn-validenkompagnien abrücken lassen; nach dem Petersberg sollte daS3te Bataill. des Regmts. Zweifel aus Hof marschiren nnd mitdem 3ten Bataill. v. Wartensleben die Besatzung bilden. DerTheil des Defenstonsgeschützes, der von Magdeburg zur Belage-rung nach Stralsund abgegangen, sollte sogleich dahin zurückkehrenund eben dahin das Jnfanterie-Regmt. Tauentzien marschiren, dasauf dem Marsch nach Güttingen begriffen war, um sich im Han-növerschen zu ergänzen, nachdem es durch Entlassung der Ans-bachschen Landeskinder fast ganz aufgelöst worden war.

In Ansehung des Proviant-Fuhrwesens und des Bäckerei-trains wurde angeordnet: das Ober-Kriegskollegium solle zwarnach den bisherigen Grundsätzen, aber doch mit der möglichstenSparsamkeit verfahren, und darauf Bedacht nehmen, daß bei denTruppen immer Vakanzen statt fänden, die in Anschlag gebrachtwerden könnten. Bis zu den Versammlungspunkten sollten dieTruppen den Brodgroschen erhalten und nur einen eintägigenFutterbedarf als eisernen Bestand mit sich führen. Zu demPersonale des Feld-Kriegskommissariats sollte das Ober-Kriegs-kollegium besonders gute Subjekte auswählen.

Die Generale Blücher und Tauentzien erhielten die Weisung,keinerlei Besorgnisse gegen die Franzosen blicken zu lassen, nochweniger Feindseligkeiten gegen sie zu unternehmen, vielmehr dasbisherige freundschaftliche. Benehmen gegen sie beizubehalten, undüberhaupt sowohl in Rede als Handlung eine solche Behutsam-keit zu beobachten, daß die Franzosen keinen Argwohn einer un-freundlichen Absicht von preußischer Seite schöpfen könnten.

Der General-Major Graf Tauentzien sollte sich bei etwani-gen Bewegungen der Franzosen zuerst mit seinen 2x Bataillonenund 5 Schwadr. bei Hof zusammenziehen und, wie bereits er-